"Hodenbeschwerden" durch Cellospiel nur Jux

28. Jänner 2009, 10:29
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Erfundene Krankheit in Fachblatt British Medical Journal blieb 34 Jahre unentdeckt - Physisch gar nicht möglich

Paris - Eine namhafte britische Ärztin hat sich in einer Fachzeitschrift einen Scherz erlaubt, der 34 Jahre lang für bare Münze genommen worden ist. Elaine Murphy schrieb im Mai 1974 zusammen mit ihrem damaligen Ehemann John einen Brief an das "British Medical Journal" ("BMJ"), in dem es um angebliche durch Cellospielen verursachte Schmerzen im Hodenbereich ging. Zu ihrer eigenen Überraschung sei der Brief seinerzeit veröffentlicht worden, erklärten Murphy und Murphy in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift.

Physisch unmöglich

Auf den Jux habe sie der Beitrag eines Arztes gebracht, der von den "guitar nipples" dreier Patienten berichtet hatte - junge Gitarrenspieler, bei denen sich die Brustwarze angeblich durch den Druck des Instrumentes entzündet hatte. "Wer jemals einem Cellospieler zugesehen hat, dem muss klar sein, dass unsere Behauptung physisch gar nicht möglich wäre", erklärte Baronin Murphy, die dem britischen Oberhaus angehört.

Ihr Mann und sie hätten den Bericht über die "Gitarrenbrustwarze" für einen Jux gehalten und mit einem weiteren medizinischen Phänomen überbieten wollen. Den Brief an die "BMJ" unterschrieb seinerzeit ihr Mann, der kein Arzt ist und deshalb keinen beruflichen Ärger bekommen konnte. (AFP)

 

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