Prüfsystem soll Falschmeldungen verhindern

28. Jänner 2009, 09:37
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Geschönten Artikel zu Sarah Palin, Falschmeldungen über Tod Ted Kennedy und ähnliches sollen künftig verhindert werden

Bei der Ende 2000/Anfang 2001 gestarteten Online-Enzyklopädie Wikipedia kann prinzipiell jeder Benutzer Beiträge schreiben und bestehende Texte ändern. Was mitunter ins Auge gehen kann. Erinnert sei an Einträge zu Biografien, die erfunden waren und die betreffenden Personen in ein negatives Licht stellte. Oder an die geschönten Artikel zu "Überraschungskandidatin" Sarah Palin, die US-Präsidentschaftsanwärter John McCain im September des Vorjahres aus dem Hut zauberte.

Lösung

Seit Jahren bastelt die Wikipedia- Gemeinschaft deshalb an Lösungen, derartiges zu verhindern. Während in der deutschsprachigen Wikipedia seit vergangenem August ein Prüfsystem existiert, bei dem nur registriertes und als vertrauenswürdig eingestufte Mitglieder Änderungen vornehmen dürfen, soll dies nun auch bald in der englischsprachigen Ausgabe der Fall sein.

Auslöser dafür ist eine neuerliche Falscheintragung in der "allwissenden Müllhalde" rund um die Inauguration des neuen US-Präsidenten Barack Obama. In dem Artikel in der englischsprachigen Ausgabe stand fünf Minuten lang, der prominente Senator Ted Kennedy sei "mit einem Rollstuhl weggebracht worden und kurz darauf gestorben". Ferner wurde in dem Eintrag behauptet, auch Senator Robert Byrd sei nach dem Abendessen mit Obama gestorben.

Flagged Revisions-System

Dieser "Unsinn" hätte zu 100 Prozent durch ein sogenanntes Flagged Revisions-System vermieden werden können, sagte Wikipediagründer Jimmy Wales. Das System werde die notwendige Flexibilität bieten, um weiterhin über aktuelle Nachrichten berichten zu können und gleichzeitig böse Streiche zu verhindern. Wales hofft, dass die Prüfung von Einträgen deren Veröffentlichung deutlich weniger als eine Woche verzögern wird. Für welche Art von Einträgen zukünftig eine Freigabe erforderlich sein wird, sagte der Wikipedia-Gründer nicht. Ein Umfrage unter Wikipedia-Nutzern habe gezeigt, dass 60 Prozent der Teilnehmer die Einführung der Flagged Revisions befürworteten. (red, DER STANDARD/Printausgabe, 28.1.2009)

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