Stammesführer fordern Ende der Offensive gegen Islamisten

27. Jänner 2009, 21:29
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Kritik an Angriffen der US-Armee im Grenzgebiet zu Afghanistan

Multan - Pakistanische Stammesvertreter und religiöse Führer haben die Regierung in Islamabad aufgefordert, die Militäroffensive gegen islamistische Aufständische im Grenzgebiet zu Afghanistan zu beenden. Um Frieden und Ruhe wieder herzustellen, sollten Konfrontationen vermieden und Verhandlungen aufgenommen werden, forderten die rund 50 Teilnehmer der traditionellen Versammlung im zentralpakistanischen Multan am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung. Darin verurteilten die Unterzeichner zudem die Angriffe des US-Militärs in dem Stammesgebiet. Dadurch seien bereits "tausende Zivilisten" getötet worden, erklärten die Teilnehmer der von der größten islamistischen Partei des Landes, Jamaat-i-Islami, organisierten Versammlung.

In den vergangenen Wochen hatte die US-Armee wiederholt Ziele in dem pakistanischen Stammesgebiet beschossen und dabei Aufständische aber auch immer wieder Zivilisten getötet. Die Geschosse werden von US-Stellungen in Afghanistan oder von unbemannten Drohnen abgefeuert.

Das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gilt als Rückzugsraum für islamistische Aufständische aus beiden Ländern. Die pakistanische Armee hatte im Sommer vergangenen Jahres eine Offensive in der Region gestartet. Seit 2001 gilt die pakistanische Führung als enger Verbündeter der USA im Kampf gegen den Terrorismus. (APA)

 

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