Madagaskar eines der ärmsten Länder der Welt

20. Februar 2009, 13:43
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Insel vor ostafrikanischer Küste etwas größer als Frankreich

Hamburg - Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Erde und eines der ärmsten Länder der Welt. Mit 587.041 Quadratkilometern ist die im Indischen Ozean 400 Kilometer vor der ostafrikanischen Küste gelegene Insel etwas größer als Frankreich. 1500 wurde sie von den Portugiesen entdeckt, 1896 machte Frankreich sie zu seiner Kolonie. 1960 wurde Madagaskar unabhängig. Die gut 19 Millionen Einwohner sind überwiegend malaiisch-indonesischer Herkunft. Etwa die Hälfte gehört Naturreligionen an.

Nach Angaben der Weltbank müssen 70 Prozent der Bevölkerung von weniger als einem US-Dollar am Tag leben. Ein Drittel des Staatshaushalts stammt aus der Entwicklungshilfe. Nach seiner Wiederwahl im Dezember 2006 legte Präsident Marc Ravalomanana einen Plan vor, der Madagaskar langfristig zu einem modernen Staat machen sollte. Zwar gelang es ihm, durch wirtschaftliche Reformen ausländische Investoren anzulocken, doch Armut und steigende Preise führten immer wieder zu Protesten.

Autoritärer Regierungsstil

Kritik wird zudem wegen seines autoritären Regierungsstils laut. Ravalomanana, dem größten Unternehmer der Insel, gehören unter anderem der Rundfunk- und Fernsehsender MBS sowie mehrere Tageszeitungen, die vor allem die Botschaft des Präsidenten verkünden. Viele Privatsender werden von politischen Gefolgsleuten kontrolliert.

Madagaskars wichtigste Exportprodukte sind Vanille, Gewürznelken, Sisal und Kaffee. Als Wachstumsbranche erweist sich zunehmend der Bergbau, gewonnen werden vor allem Chrom, Eisenerz, Gold, Uran und Edelsteine. Im März 2008 begann die Förderung von Erdöl. Der noch wenig entwickelte Tourismus soll weitere Einnahmen bringen.

Natur- und Tierwelt Madagaskars sind einzigartig. Viele Pflanzen, Vögel und Reptilien sind nur dort zu finden, mehrere sind jedoch vom Aussterben bedroht. Anfang 2008 wurde die Insel von Wirbelstürmen heimgesucht, die ein Drittel der Reisernte zerstörten. Mehr als 100 Menschen starben, 190.000 wurden obdachlos. (APA/dpa)

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