BMW-Steyr setzt auf Produktionsstillstand statt Kurzarbeit

27. Jänner 2009, 16:47
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Wien - Obwohl der bayerische Autohersteller BMW in Deutschland im Februar und März 26.000 Beschäftigte in Kurzarbeit schickt, ist das BMW-Motorenwerk in Steyr "im Moment" nicht davon betroffen. "Ganz frei machen" von der Entwicklung in Deutschland könne sich das oberösterreichische Werk aber nicht machen, räumte der Geschäftsführer des Motorenwerks, Andreas Wendt, am Dienstag bei einer Pressekonferenz ein.

"Wir haben noch andere Möglichkeiten neben der Kurzarbeit", erklärte Wendt. So könne beispielsweise die Produktion tageweise ausgesetzt werden. In den Semesterferien werde dies der Fall sein, kündigte der Steyr-Chef an, ohne dabei Details zu nennen. Neben dem Produktionsstillstand können auch die Arbeitszeitkonten und das Bandbreiten-Modell mit wechselnder Sichtdauer eingesetzt werden, um die Produktionsrückgänge abzufedern.

Im Vorjahr ging die Motorenproduktion in Steyr im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 733.400 Stück zurück. Analog dazu sackte auch der Umsatz um knapp zehn Prozent auf rund 2,7 Mrd. Euro ab. Die Zahl der Mitarbeiter (Stammannschaft) ging um 4,2 Prozent auf 2.594 zurück. Wie das heurige Jahr verlaufen wird, wollte Wendt nicht konkretisieren.

Während die Motorenproduktion zurückging, steigerte sich der Autoverkauf. Österreichweit wurden 15.483 BMW und Mini (+3,1 Prozent) an die Kunden übergeben. Der BMW-Absatz legte im Jahresvergleich um 3,2 Prozent zu, die Zahl der verkauften Minis steigerte sich um 1,9 Prozent. Der Absatz der Motorräder steigerte sich um 13,5 Prozent. Für heuer erwartet sich BMW-Österreich-Chef Gerhard Pils einen Zulassungsrückgang von etwa fünf Prozent - analog dem Gesamtmarkt.

Die Verschrottungsprämie werde wenig Effekte für BMW bringen und keine Auswirkung auf die Arbeitsplätze haben, sagte Pils. Er begrüßt die Maßnahme dennoch, da sie einerseits einen Impuls für den Absatz darstellt und andererseits ein Zeichen für Umwelt und Sicherheit sei. Profiteure der "Ökoprämie" werden laut Pils die Hersteller kleinerer Modelle sein. (APA)

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