Islamisten führen in Baidoa die Scharia ein

27. Jänner 2009, 15:57
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Provisorische Regierung kontrolliert nur noch Hauptstadt Mogadischu - Parlamentsabgeordnete können nciht mehr zurück nach Baidoa

Baidoa - Einen Tag nach der Einnahme des somalischen Parlamentssitzes Baidoa hat die islamistische Bewegung al-Shabaab das islamische Recht eingeführt. Die Stadt werde jetzt nach den Grundsätzen der Scharia regiert, verkündete ein Sprecher der Islamisten am Dienstag vor Hunderten Bewohnern in einem Fußball-Stadion. Eine Regierung, die die Prinzipien des islamischen Rechts missachte, werde nicht anerkannt.

Äthiopische Truppen, die auf der Seite der provisorischen Regierung gestanden waren, zogen sich am Montag aus Baidoa zurück und machten so den Weg frei für die Islamisten. Diese nahmen innerhalb kürzester Zeit den Flughafen, das Parlamentsgebäude und den Wohnsitz des Präsidenten ein. Die provisorische Regierung ist nun auf Mogadischu reduziert, wo sie aber ebenfalls täglich Angriffen von Aufständischen ausgesetzt ist.

Die Einnahme Baidoas stellt auch das Parlament vor große praktische Probleme. Die Abgeordneten tagen diese Woche in Dschibuti, können aber nicht nach Baidoa zurückkehren. (APA/Reuters)

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