Hedge Fonds verloren 2008 über 500 Milliarden Dollar

27. Jänner 2009, 15:35
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Branchenschätzungen: Volumen fiel auf 1,5 Billionen Dollar - Nur zwei von zehn Strategien erfolgreich - Vorwurf: Hedge Fonds zu einseitig positioniert

Wien - Weltweit haben Hedge Fonds im krisengeschüttelten Jahr 2008 rund 582 Mrd. Dollar (448 Mrd. Euro) an Vermögen verloren. 149 Mrd. Dollar davon entfielen auf Rücklösungen der Investoren, der Rest auf Wertverluste. Das von den Fonds verwaltete Vermögen ging auf 1,5 Billionen Dollar zurück, schätzen die Fondsexperten von Credit Suisse/Tremont in einem aktuellen Report über das Jahr 2008. 17 Prozent der Fonds wurden zwischen Jänner und Oktober liquidiert. Insgesamt dürfte ein Drittel der Fonds wegen der Krise eingestellt werden.

Der auf Basis von 496 Fonds berechnete Credit Suisse/Tremont Hedge Fund-Index fiel im Vorjahr um 19 Prozent, das ist der erste zweistellige Verlust seit 1994, dem Beginn der Berechnungen. Der Index schnitt damit aber noch immer deutlich besser ab als etwa der MSCI World und S&P 500-Index, die 42 Prozent bzw. 37 Prozent verloren. Zum Vergleich: Die Wiener Börse verlor über 60 Prozent.

106 Manager bzw. 21 Prozent der Hedge Fonds meldeten positive Ergebnisse, 14 Prozent sogar eine zweistellige positive Performances von bis zu 93 Prozent. 390 meldete negative Daten mit Verlusten von bis zu 100 Prozent. Der Großteil der Verluste passierte in den Monaten September und Oktober, zwei der schlechtesten Monate für die Hedgefonds-Industrie seit dem Start des Index im Jahr 1994. Aufgrund der Flucht der Anleger in fixverzinste Investments verbesserte gleichzeitig der Barclays Global Aggregate Bonds Index um 5 Prozent.

Einige mit Gewinnen

Nicht alle Veranlagungsstrategien weisen für 2008 eine negative Performance auf. Unter den zehn gemessenen Strategien konnten Managed Futures- und Dedicated Short Bias-Manager mit 18,3 bzw. 14,9 Prozent sogar zweistellige Gewinne lukrieren. Managed Futures performen typischerweise gut bei Marktabschwüngen. Short Bias-Manager profitieren von instabilen Bedingungen.

Die kräftigsten Verluste fuhren Equity Market Neutral-Manager mit minus 40,3 Prozent ein, gefolgt von Convertible Arbitrage-Manager mit minus 31,6 Prozent. Auf Emerging Markets und Fixed Income Arbitrage spezialisierte Fonds verloren im Schnitt 30,4 bzw. 28,8 Prozent.

"Das Gesicht der Hedge Fonds-Industrie wird sich in den kommenden Monaten und Jahren sicher verändern", so die Fondsexperten. Die Einwände der Manager gingen dahin, dass die Hedge Fonds einseitig dazu positioniert seien, um von Aufschwüngen zu profitieren, wie es nach den letzten Abschwüngen schon geschehen sei. (APA)

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