Wikipedia

"Wir werden niemals mit Zensur kooperieren"

27. Jänner 2009, 15:39
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    Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia.

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    "Der Zugang zu Informationen muss frei sein"

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales im Gespräch über den Informationsminister Chinas, Barack Obama und Google

Immer online, ohne festem Arbeitsplatz und der Laptop ist immer mit dabei. Seine Tochter erreicht ihn per Telefon, wenn er durch die Länder tourt, um seine Botschaft zu verbreiten. "Der Zugang zu Informationen muss frei sein", pocht Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auch acht Jahre nach der Öffnung der Internet-Enzyklopädie am Dienstag vor Journalisten in Wien.

Und wenn er etwas weiter in die Ferne blickt träumt er davon, dass in jeder der über 200 Sprachausgaben eines Tages mindestens 250.000 Artikel zu lesen sind. Ein Ziel, das heute noch unerreichbar scheint, so Wales. Während die deutschsprachige Fassung bereits über 850.000 Beiträge zählt, stammen aus manchen Teilen Afrikas gerade einmal eine Hand voll Artikel.

"Wir werden niemals mit Zensur kooperieren"

Doch beim Streben nach Informationsvielfalt sehen sich die rund 25 Festangestellten und die engagierte Wikipedia-Gemeinde vor eine Reihe an Herausforderungen gestellt. Wird auf der einen Seite die Manipulationsmöglichkeit der politischen und wirtschaftlichen Beiträge beklagt, hat man in Ländern wie China mit restriktiver Informationspolitik und Zensur zu kämpfen.

Künftig solle deshalb nach dem Vorbild der deutschsprachigen Ausgabe des Lexikons ein Prüfverfahren eingeführt werden, bei dem erfahrene Schreiber neue Artikel kontrollieren und absegnen müssen, bevor sie online gehen. Diese Methode habe sich trotz anfänglicher Kritik bewährt und könne sukzessive ausgebaut werden. "Wir werden niemals mit Zensur kooperieren", entgegnet Wales der zweiten Problemstellung. Erst kürzlich habe er sich mit dem Informationsminister Chinas zusammengesetzt, um die Funktion Wikipedias zu erläutern. Und, momentan zumindest, ist der Zugang zum Nachschlagewerk nicht gesperrt. Beim Kampf gegen die Zensur käme Wikipedia das offene Lizenzmodell zugute. Zahlreiche Webseiten-Betreiber spiegeln die Inhalte auf ihren Servern und veröffentlichen sie unter ihrem Namen neu. So waren zumindest Teile des Werks auch während der Abschottung in China abrufbar.

"Ich sprach mit einem Mitglied des Teams, das Barack Obamas Einzug ins Weiße Haus vorbereitet hatte - zumindest scheinen sie mich zu kennen."

Weniger Sorgen bereitet Wales die triste Wirtschaftslage. "Zunächst waren wir besorgt, doch dann sammelten wir mehr Spenden, als je zuvor." Für 2009 stehen der Organisation etwas mehr als sechs Millionen US-Dollar zur Verfügung, der Großteil des Geldes werde dabei in den Ausbau der Hardware sowie in das Netzwerk gepumpt. Wales plane daher keine Veränderung am Business-Modell, das Werk bleibe auch künftig frei von Werbung. "Wir sehen uns als Rotes Kreuz für Informationen", scherzt Wales.

Wie der Wandel der US-Politik sich auf die IT-Branche auswirken wird, traut er sich nicht zu sagen. Unterschiede seien aber jetzt schon erkennbar. "Ich sprach mit einem Mitglied des Teams, das Barack Obamas Einzug ins Weiße Haus vorbereitet hatte - zumindest scheinen sie mich zu kennen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies bei Bushs Administration der Fall war."

"Jeder von uns erzählt Witze, dennoch brauchen wir echte Komödianten."

Sein Verhältnis zu Politikern sieht der Wikipedia-Erfinder entspannt. "Wir hatten bisher kaum Probleme mit Politikern." Natürlich habe es Kritik an Publikationen gegeben. Zweifel an der Offenheit scheinen deshalb allerdings nie aufgekommen zu sein.

Weniger dramatisch sieht Wales auch den oftmals postulierten Untergang des Profi-Journalismus', durch die Breite an freiwilligen Nachrichtenschreibern - sei es auf Webblogs oder im Online-Lexikon. Auf diese Befürchtung kontere er stets: "Jeder von uns erzählt Witze, dennoch brauchen wir echte Komödianten".

Google

Neben Wikipedia führt Wales das profitorientierte Unternehmen Wikia. Um das populärste Projekt "Wikia Search" ist es medial ruhig geworden. Die Erwartungen an die Community-getriebene Suchmaschine sind dennoch groß. Momentan sei man dabei Fehler zu beheben und den freiwilligen Mitarbeitern die passenden Werkzeuge bereitzustellen. 2,5 Millionen Beiträge seien bereits eingegangen, "große Neuerungen werden wir in absehbarer Zeit jedoch nicht ankündigen", so Wales. Vom Spitzenreiter Google sei man noch weit entfernt. "Es wird mindestens noch ein Jahr dauern, bis wir konkurrenzfähig sind".

Die ganze Welt ein Forum

Für den vielreisenden Wales sei das Schöne am Internet, dass Menschen aus aller Welt durch Plattformen wie Wikipedia eine Möglichkeit gefunden haben, einander auszutauschen. Die Leitsprache Englisch empfindet Wales nicht als Bedrohung für lokale Sprachen. Viele würden sich nun aber eine zweite Sprache aneignen. Selbst Menschen "in den abgelegensten Dörfern Chinas hätten nun einen Grund Englisch zu erlernen".

Um die breite Masse an der Mitarbeit an Wikipedia zu begeistern und den momentan großen Einfluss von technikaffinen Schreibern etwas abzuschwächen, sollen 900.000 Dollar investiert werden, um die Editierung von Artikeln zu vereinfachen. Das Problem sei, dass zurzeit vor allem Beiträge von Personen erstellt werden, die von vornherein internetbegeistert sind. Beispielsweise würden dadurch ältere Menschen ausgegrenzt. Die Identität Wikipedias solle trotz schrittweiser Öffnung bewahrt werden. "Das Schlimmste wäre für mich, wenn aus Wikipedia eines Tages so etwas wie MySpace würde." (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 27.1.2009)

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Marty McCloud 
28.01.2009 15:29

Web-Standard nimm dir ein Beispiel!

fernandotorres9
28.01.2009 13:59

laut wikipedia spricht man ja in ganz österreich:
"österreichisches deutsch" (egal welche region)
in südtirol jedoch spricht man nur deutsch, nicht mit österreichischer färbung

bestes beispiel für abgehobenheit der admins und probleme bei dieser seite ^^

ErikDerWikinger 
28.01.2009 15:12
Südtirol

ghört aber schön länger nicht mehr zu Österreich

Der Boss der Bosse
28.01.2009 17:37
Na dann

spricht man dort wohl jetzt italienisches Deutsch.
Oder Südtiroler Deutsch.

supidupi
28.01.2009 14:52
Es steht dir frei eine Änderung

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debian1
28.01.2009 15:15

Um sich dann mit einem pubertierenden Admin zu streiten? Nein danke.

Ingrid Goeschl1
28.01.2009 13:04
Dass Wiki mit dem Informationsminister Chinas eine gute Gesprächsbasis hat, glaube ich aufs Wort.

Die Eintragungen im Zusammenhang mit Tibet und dem unseligen Colin Goldner sind nämlich alles andere als objektiv.

Es gilt für Wiki das gleiche wie überall: Hausverstand einschalten und nicht alles glauben, nur weil es jemand gedruckt hat!

jackk 2
28.01.2009 12:28

naja wenn man sich den Löschwahn im deutschen Wiki ansieht und oftmals die Abgehobenheit von "Admins". Naja ich mache mir die Mühe und schaue und schreibe halt in 4 verschiedenen Sprachen Wiki.

Erwin Grubstaetter
28.01.2009 13:03

Kann mich dem nur anschließen. Bei einem meiner letzten wiki-Artikel war er gleich nach dem speichern weg weil ein "Admin" während ich tippte bereits einen SLA (Schnell Löschantrag) eingestellt hatte :-)

Ich denke, das Problem gerade bei der deutschsprachigen Wikipedia ist die klassische deutsche neurotische Interpretation von Gründlichkeit.

.

Gummibam aus Surinam 
29.01.2009 08:12

Was wurde denn gelöscht? Deine Firma, Autobiographie oder ein Pokemon? Deine Kellerband? Ansonsten: Dir ist hoffentlich klar, dass _jeder_ Benutzer einen Löschvorschlag einberingen kann, wenn er meint, dass ein Grund dazu besteht? Die nervigsten Löschdiskussions-Plaudertaschen hat aus gutem Grund keiner als Admin vorgeschlagen.

Das mit der "deutschen Gründlichkeit" wäre aber freilich eine Überlegung wert.

lagos1
28.01.2009 08:23

ich war gestern beim vortrag, vorredner waren der wrabetz und dir brauner(spö), hey es war so peinlich, ich kanns gar nicht sagen, diese leute können keinen geraden englischen satz sagen die brauner, hat sich nache einem versprecher folgendermassen entschuldigt" this early in the morning it is hard to find the right words in the english language" ich dachte ich brech nieder. jimmy wales war interessant witzig und informativ, der rest war zu vergessen. all die wappler die einen tausender für den eevnt bezahlt haben, wurden im grossen stil geneppt, ausser sie waren beim "networking" breakfast lunch oder champagner dinner erfolgreich.

johannes schenk1
28.01.2009 13:26
finds toll,

dass sie es auf englisch versuchen - sind sie verstanden worden? ist ihr wortsinn rübergekommen?
bin wahrhaft weder wrabetz noch brauner fan - aber warum sollten sie fehlerfreies englisch sprechen (was übrigens auch kaum ein engländer kann) - hat wales viel auf deutsch, oder französisch, oder kroatisch, oder in sonst einer anderen sprache gesagt? nein? war er deswegen peinlich? sicher nicht - oder?

bertl972
28.01.2009 12:46

warum wird wohl häuplt 2010 noch einmal antreten? brauner würde max. 40% bekommen als spö-chefin von wien...

Bottlebua
28.01.2009 11:30

oh, und da herr wales war echt interessant. genial, wie beiläufig er erwähnt hat, dass er das alles ja auch komplett ohne gage oder sonst was macht. und wie er erklärt hat, warum wikipedia gemeinnützig is... der mann is visionär =)

Bottlebua
28.01.2009 11:29

vollste zustimmung. die warn eigentlich alle peinlich, bei der eröffnung war kein einziger dabei, der wirklich englisch konnte (außer natürlich die spera)

was fast noch schockierender war, auch die moderatoren von den einzelnen panels und workshops warn teilweise unfähig, einen geraden satz zu produzieren. zb chefredakteure von wirtschaftszeitungen...

da hört man dann so sachen wie more fast, die brauner hat competitiveness nicht mal ansatzweise aussprechen können usw.

Unter dem Pflaster
28.01.2009 11:57
Die derzeit grösste Glaubensgemeinschaft der Welt..

sind all die Leute, die glauben, Englisch zu können.

Meines Wissens nach gibt's für sowas übrigens Simulaltandolmetscher.

Christ Kind 
28.01.2009 14:59
es ist

bestimmt nicht zuviel verlangt, dass Leute in gehobenen Positionen auch ueber den nationalen Sprachtellerrand hinwegsehen.

Englisch sollte wirklich jeder sprechen koennen.

Victor der Adler 
28.01.2009 09:08

Dein Deutsch ist aber auch nicht grad berauschend....

yomellamo 
28.01.2009 11:07

uh.. da hat jemand die Brauner kritisiert .. da fuehlt sich parteisoldat victor adler gleich persoenlich angegriffen :))

Mucosaprolaps
28.01.2009 11:46

Wenn jemand - wie Langos und Bottlebub oben - einerseits miserables Deutsch voller Fehler und mit grauenhaftem Satzbau produziert, andererseits sich aber über die miesen Sprachkenntnisse anderer echauffiert, dann muss man nicht unbedingt Parteiposter sein, um dem Poster Hybris vorzuwerfen.

lagos1
28.01.2009 13:37

das mein schreibstil und mein satzbau miserabel sind lässt sich leider nicht leugnen, ich habe nie die melodie für diese sprache gefunden. dafür sind sowohl mein yoruba, mein französisch und mein englisch durchaus brauchbar.

es ist doch nicht zuviel verlangt vom direktor des orf, oder einer vizebürgermeisterin, ein halbwegs fehlerfreies englisch zu erwarten.

sie sind ein typischer ösi, immer nur die eigene meinung parat und grossartig im austeilen,aber sonst...

KaTz0r the Kat  
28.01.2009 12:29

aber den unterschied zwischen dem standard.at-forum und einem vortrag erkennen sie schon an, oder?

Igor Gassner
28.01.2009 07:56
Das ist wohl ein Witz

Er hat de fakto ein Medium begründet wo Staaten und geheimdienste kostenlos Propaganda betreiben können. Oft ist schwer Normalmeinungen Durchzusetzen alternativmeinungen können sich gar nicht durchsetzen.

Oft sind die Seiten Lobhudelungslobpreisungen weilirgend wer eine Gruppe hält die einen bestimmten Effekt erzielen will.

Ich muss aber sagen der englische Teil ist besser im deutschen Teil herrscht Gesinnungsterror

nachtflug71
28.01.2009 12:23
oha!

und welchen gesinnungsterror meinen sie? als nachschlagewerk haben meinungen und gesinnungen wohl keine relevanz. es sei denn sie bestehen darauf dass die erde eine scheibe ist. dann könnten sie mit wiki so ihre probleme haben.

yomellamo 
28.01.2009 11:16

gesinnungsterror waere es, wenn die artikel NUR IHRE Sicht der dinge wiederspiegeln wuerden, NUR MEINE sicht der dinge wiedergespiegelt wuerde...

nachdem sie aber auf eintraege treffen die nicht exakt ihren bisherigen anschauungen entsprechen und auch nicht den meinen heisst das, dass das system recht gut funktioniert.

letztenendes ist das ziel einer enzyklopaedie ohnehin belegte fakten wiederzugeben und nicht meinungen.
Um meinungen zu lesen braucht man nur die diversen parteizeitungen durchzublaettern.

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