Opposition sagt Kundgebung nach Tod von Zivilisten ab

27. Jänner 2009, 14:25
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Antananarivos Bürgermeister Rajoelina: "Wir setzen die Bewegung heute aus"

Antananarivo - Nach gewaltsamen Protesten gegen die Regierung von Madagaskar ist am Dienstag in der Hauptstadt Antananarivo wieder Ruhe eingekehrt. Die Bevölkerung hielt sich weitgehend an den Aufruf des Bürgermeisters von Antananarivo und Oppositionsführers Andry Rajoelina, der im privaten Radiosender Antsiva ein Aussetzen der Proteste verkündet hatte. "Wir setzen die Bewegung heute aus. Alle bleiben zu Hause", sagte er dem privaten Radiosender Antsiva. Staatschef Marc Ravalomanana rief die Bevölkerung ebenfalls zur Ruhe auf. "Jeder Stolz, jedes Ego muss überwunden werden", damit die Krise im Dialog beigelegt werde, sagte der Präsident auf Radio Antsiva.

Im Zentrum der Hauptstadt waren bis Mittag kleine Gruppen von in Orange gekleideten Oppositionellen sowie eine Gruppe Polizisten zu sehen. Am Montag waren Zehntausende Menschen Rajoelinas Aufruf zu Protesten gegen Präsident Ravalomanana gefolgt, dem der Oppositionschef die Errichtung einer Diktatur in dem südostafrikanischen Inselstaat vorwirft. Bei Ausschreitungen kamen nach Angaben der madagassischen Sicherheitskräfte mindestens zwei Zivilisten ums Leben. Zwei Verkaufsstellen eines Lebensmittelunternehmens im Besitz des Präsidenten sowie die Büros seines privaten Fernsehsender MBS wurden gestürmt und geplündert. Zuvor hatten Demonstranten das Gebäude des staatlichen Rundfunks gestürmt. (APA)

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    Am Montag brannte in Antananarivo der staatliche TV-Sender, am Dienstag beruhigte sich die Lage wieder.

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