Zuliefer-Industrie hält nichts von Verschrottungsprämie

27. Jänner 2009, 13:46
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Laut einer Analyse sind in Österreich durch den Einbruch in der Auto-Branche 33.000 Jobs gefährdet

Wien - Das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) in Wien fürchtet auf Basis einer Modellrechnung, dass 2009 allein durch den Produktionseinbruch in der Autozulieferindustrie 33.000 Beschäftigungsverhältnisse in allen Branchen verschwinden könnten. Mit 170.000 bis 180.000 direkt und indirekt Beschäftigten gelten die automotiven Betriebe als eine der größten Industriebranchen.

"Es zeichnet sich eine sehr dramatische Situation für die österreichische Volkswirtschaft insgesamt ab", sagte IWI-Geschäftsführer Herwig Schneider am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Annahmen beruhen auf einer im vergangenen Dezember durchgeführten Umfrage unter 110 Unternehmen der Zulieferbranche.

Keine Freude mit Verschrottungsprämie

Dabei kam auch zum Vorschein, dass die Zuliefer-Industrie rein gar nichts von der ab April erhältlichen Verschrottungsprämie hält. Es könne davon maximal der Autohandel profitieren, sagte Dietmar Schäfer von der Arge Automotive Zulieferindustrie.

Bei den Krediten sei bisher buchstäblich nichts von den Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) bei den Industriebetrieben angekommen. Die Regierung solle die "Banken in die Pflicht nehmen, die Zinssenkungen auch an die Unternehmen weiterzugegeben", sagte er.

Kurzarbeit überlegt

Laut Umfrage spielen außerdem mehr als 50 Prozent der dem Industriezweig zugehörigen Betriebe mit dem Gedanken an Kurzarbeit. Die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass die Krise bis wenigstens 2010 andauert. 88 Prozent geben zu Protokoll, dass sich die Finanzierungsbedingungen in den letzten Monaten verschlechtert haben.

Branchenvertreter legten ein umfangreiches Forderungspaket vor, in dem über die laufenden Adaptierungen der Kurzarbeit hinaus Staatshilfen bei den Lohnnebenkosten der kurzarbeitenden Mitarbeiter gefordert wurden. Weitere Wünsche bezogen sich auf steuerliche Entlastungen und eine Anhebung der Forschungsförderung bis auf eine Intensität von 80 Prozent.  (APA/red)

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