Budgetloch: Kulturhauptstadt muss Sparen

27. Jänner 2009, 13:40
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Nach Streichung eines Sechstels der Projekte immer noch ein Loch von rund 3,5 Mio. Euro

Vilnius - Die Verantwortlichen für die Gestaltung des bereits laufenden Kulturhauptstadtjahres in der litauischen Hauptstadt Vilnius haben massive Programmeinsparungen angekündigt. 16 Projekte, darunter das für Juli vorgesehene Elektronikmusikfestival "Creamfields", ein Straßentheater-Festival sowie die ganzjährig geplante Diskussionsplattform "Café Europe", werden definitiv nicht stattfinden. Bei fast allen der restlichen 100 Projekte soll es Einsparungen in Umfang und Größe geben.

Laut Vilnius'09-Sprecher Albertas Barauskas haben die Veranstalter bei Regierung und Stadtgemeinde um die Gewährung eines Sonderbudgets in der Höhe von zusammengerechnet zwölf Millionen Litas (3,48 Mio. Euro) angesucht. Diese wären nach Berechnungen der Veranstalter notwendig, um wenigstens die Durchführung der vorgeschlagenen Sparversion des Kulturhauptstadtjahres zu gewährleisten. Gegenwärtig stehen den Veranstaltern nach eigenen Angaben lediglich 37,4 Mio. Litas (10,83 Mio. Euro) noch zur Verfügung.

Im Dezember verfügte das Parlament in Vilnius auf Antrag der Regierung eine Kürzung des Etats für Vilnius'09 um 40 Prozent. Das reduzierte Kulturhauptstadt-Programm in seiner definitiven Form soll Anfang Februar veröffentlicht werden. Bis dahin stehen allerdings noch vermutlich zähe Verhandlungen mit Regierung und Gemeinde über das geforderte Sonderbudget an. Die Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres mit einer aufwendigen Lichtshow des Deutschen Gert Hof kostete allein rund eine Million Euro.

Vilnius ist als Europäische Kulturhauptstadt 2009 Partner von Linz. Litauen feiert heuer auch sein tausendjähriges Bestehen. Das Land kämpft derzeit mit den Folgen der internationalen Finanzkrise und des überhitzten Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre. Für dieses Jahr rechnet man in Litauen mit einer Rezession von bis zu fünf Prozent. (APA)

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