"Blogs sind kein Journalistenersatz"

27. Jänner 2009, 13:28
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Zeitungen müssen überlegen, woher ihre Einnahmen kommen sollen

Internet-Blogs werden den professionellen Journalismus nicht ablösen, glaubt Jimmy Wales, Gründer der Internet-Plattform Wikipedia. "Jeder erzählt Scherze, trotzdem gibt es Komödianten", so Wales beim internationalen Berater-Kongress "com.sult" in Wien.

Es gebe aber einen Austausch zwischen beiden Nachrichtenübermittlern, den manches könnten Blogger besser, manches eben Journalisten. Wales erinnerte daran, dass die bekanntesten politischen Blogger in den USA auch zu den renommiertesten Kolumnisten der "New York Times" zählten.

Auch wenn Journalisten weiterhin ihre Berechtigung hätte, müssen sich Ihre Arbeitgeber Gedanken machen, woher in Zukunft die Einnahmen der Zeitungen kommen sollen. Dies zeige bereits der starke Rückgang bei Kleinanzeigen. Wales führt das darauf zurück, dass für die Mini-Inserate das Papier ohnehin nur ein Veröffentlichungsmedium war und der redaktionelle Teil keine Rolle spielte. Daher würden die Kleinanzeigen zu Internetplattformen wie EBay wandern.

Gleichzeitig warnte der Internet-Guru vor zu viel Euphorie im Netz. Gerade der Bereich "Multitasking" - also die gleichzeitige Beschäftigung mit mehreren Aufgaben - werde überschätzt. "Viele glauben, sie sind im Multitasking besser als sie es wirklich sind", so Wales am Dienstag vor Journalisten. Der 42-jährige US-Amerikaner ging auch auf die Kritik an Zensurmaßnahmen, wie sie etwa die chinesische Regierung versucht, ein. "Sie können Wikipedia blockieren, aber nicht den Informationsfluss", betonte Wales. (APA)

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