Apothekerkammer: "Geben Preissenkung weiter"

27. Jänner 2009, 12:31
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Bei 877 Medikamenten von insgesamt 13.119 wurde heuer eine Preiserhöhung vorgenommen - 200 davon sind trotz Mehrwertsteuersenkung teurer als 2008

Im September 2008 haben SPÖ, BZÖ und FPÖ einer Halbierung der Mehrwertsteuer auf Medikamente zugestimmt. Seit 1.1.2009 ist die Regelung in Kraft getreten. BZÖ-Klubchef Josef Bucher kritisiert, dass trotzdem einige Medikamente teurer sind als noch im Jahr 2008 (derStandard.at berichtete).

Im Gespräch mit derStandard.at bestätigt Jutta Pint, Sprecherin der Apothekerkammer, eine Preiserhöhung bei einigen Medikamenten. Insgesamt würden 13.119 Arzneimittel über die Apotheken vertrieben. Davon sei es tatsächlich bei 877 Produkten in der Zeit von Dezember 2008 auf Jänner 2009 zu einer Preissteigerung gekommen. "12.242 Medikamente sind aber tatsächlich billiger geworden", relativiert Pint.

200 teurer als 2008

Bei 200 der besagten 877 Arzneimittel sei die Preissteigerung derart hoch ausgefallen, dass die Medikamente selbst nach Mehrwertsteuersenkung teurer sind als im Dezember 2008, bei 677 Medikamenten blieb die Senkung so gut wie wirkungslos. "Die Apotheken machen die Preise nicht, dafür sind die Pharmafirmen und die Preiskommission des Gesundheitsministeriums zuständig. Die Apotheken geben die Mehrwertsteuersenkung selbstverständlich zu 100 Prozent weiter", sagt Pint zu derStandard.at. Die Gründe für die Preissteigerung seien bei den Pharmafirmen selbst zu erfragen. So könnten etwa höhere Rohstoffpreise oder eine lang zurückliegende Preisanpassung Grund für die Erhöhung sein. Die Preissteigerung betreffen laut Pint sämtliche Produktgruppen, von einer Erhöhung in einem spezifischen Segement könne man nicht sprechen.

Aspirin C billiger, Travel-Gum teuerer

Jene Präparate, die teurer geworden sind, betreffen sämtlich Medikamente-Gruppen. Beispielsweise kosteten Travel-Gum Dragees im Oktober noch 5,35 Euro, jetzt sind es 7,25 Euro. Die Preissteigerung lag somit bei 47,8 Prozent.

Hexal Baldrian Dragees zu 30 Stück kosteten im vergangenen Jahr 7,25 Euro, nun liegt der Preis bei 8,15 Euro. Es kam bei diesem Medikament zu einer Preissteigerung von 22, 6 Prozent.

Pint hat aber auch Beispiele für Preissenkungen: Das Multivitaminpräparat Supradyn, 60 Stück, habe im vergangenen Jahr noch 25, 50 Euro gekostet. Jetzt liegt der Preis bei 23, 40 Euro. Eine Packung Aspirin C zu 20 Stück kostete im vergangenen Jahr noch 8,90 Euro, jetzt  8,15 Euro. (burg/derStandard.at, 27. Jänner 2009)

  • Aspirin C wandert heuer billiger über die Ladentische als in Jahr 2008. 200 Medikamente wurden jedoch teurer.
    foto: standard/newalds

    Aspirin C wandert heuer billiger über die Ladentische als in Jahr 2008. 200 Medikamente wurden jedoch teurer.

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