"Mafiöses Umfeld" im Tschetschenen-Mord

27. Jänner 2009, 22:34
1 Posting

Innenministerin Fekter lässt "zweifach" ermitteln; Staatsanwaltschaft: "Keine Spuren"

Wien - Innenministerin Maria Fekter will den Fall des Tschetschenen, der am 13. Jänner in Wien auf offener Straße erschossen wurde, in zweifacher Hinsicht untersuchen lassen. Einerseits sollen der Mord, die Hintermänner und die Verantwortlichen von der Wiener Polizei ausgeforscht werden. Andererseits soll die Generaldirektion für Öffentliche Sicherheit im Innenministerium untersuchen, ob "Beamte die Lage falsch eingeschätzt haben" . Das sagte Fekter Dienstagabend im Gespräch mit dem "Report" .

Der erschossene Tschetschene hatte nach Angaben seiner Familie um Polizeischutz angesucht, weil er sich bedroht gefühlt hatte was Fekter vor einigen Tagen noch dementiert, die Polizei kurz darauf jedoch korrigiert hatte. Fekter betonte im TV-Interview das "mafiöse Umfeld" , indem sich das Mordopfer Umar I. bewegt habe die Polizei habe jedoch "Opfer zu schützen, unabhängig vom Umfeld" , sagte die Innenministerin.

Zwei Wochen nach dem Mord an dem 27-jährigen Tschetschenen beschäftigen sich die Ermittler nach wie vor mit DNA-Spuren. Über Ergebnisse, die Rückschlüsse auf die Täter geben könnten, schweigt die zuständige Staatsanwaltschaft Wien. Nach der DNA auf einer Military-Jacke vom Tatort sollen laut "Österreich" auch im und beim Fluchtfahrzeug Proben sichergestellt worden sein. "Ich bestätige keine Spuren" , sagte dazu der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Gerhard Jarosch.

Der Falter berichtet über ein weiteres Einvernahmeprotokoll jenes Mannes, der beim Landesamtes für Terrorismusbekämpfung und Verfassungsschutz (LVT) bereits im Juni 2008 als russischer Agent über Mordpläne berichtet hatte. Dieses stamme von der Fremdenpolizei in Traiskirchen, auch darin soll der Mann über Tötungsabsichten gesprochen haben.

Laut Presse sollen sich auf jener "Todesliste" , die Umar I. als Nummer 499 reihte, mindestens drei weitere in Österreich lebende Flüchtlinge befinden. Um welche Personen es sich dabei handeln soll, sagt das Bundesamt für Verfassungsschutz nicht. (APA, red/DER STANDARD Printausgabe, 28. Jänner 2009)

Share if you care.