Fluch vs. Blumenau prolongiert: Blume? Blech.

28. Jänner 2009, 12:43
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    Nachlese, 27. Jänner 2008

    >>> Im Whirlpool der Generationen
    Der Sender, den man gerne lieben würde, macht es einem immer schwerer: Radio FM4 feierte seinen 13. Geburtstag mit der selbstgefälligen Routine eines Parteitages

Warum mir zu Martin Blumenau zukünftig nichts mehr einfallen wird - Eine Distanzierung von Karl Fluch


Aufzeichnungen aus der Talsohle: Eine persönliche Replik von Karl Fluch auf Martin Blumenaus Journal

Fluch vs. Blumenau I

Im Mäntelchen der Medienkritik schreibt Martin Blumenau in seinem Journal auf der FM4-Homepage vom 26. Jänner über die "niemals endende Talsohle der heimischen Pop-Rezensionskultur". Dass ich dabei zum Handkuss komme, war für mich so überraschend, wie das Amen im Gebet. Immerhin habe ich mir schon vor ein paar Jahren den Blumenauschen Zorn zugezogen, als er mich wegen einer Rezension des The-Streets-Konzerts im WUK anbrüllte. Das war im Radiokulturhaus einige Tage später.

Der Anlass? Es ging um den Unterschied zwischen einem FM4-Showcase (seine Position) und einem Konzert (meine), beziehungsweise darum, dass ich FM4 - immerhin hatte der Sender dort sein Logo aufhängen dürfen - in meiner Rezension nicht erwähnt hatte. Seine Reaktion fand nicht nur ich ein wenig übersteuert, auch der Rest des RKH-Foyer-Publikums wirkte zart irritiert. Aber - kein Problem. Es lieber gleich rauslassen ist besser, als ein Magengeschwür bekommen, right?

Bei der Wahrheit bleiben

Dass das eine längerfristige Verstimmung sei, richtete er mir einige Monate später via Journal aus. In einem Aufsatz über das FM4-Frequency-Festival, behauptete Blumenau, ich sei ohnehin nur im VIP-Bereich zu finden gewesen, sei dort missmutig und - wie verächtlich! - lesend herumgesessen, und er hätte natürlich genau gewusst, was ich schlecht und was gut finden würde. Eine beneidenswerte Fähigkeit. Aber Blumenau glaubt in seiner aktuellen Spitze ja auch sich vorzüglich in mich hineinversetzen zu können. Der Schönheitsfehler daran: Ja, ich war dort. Zirka gleich lang wie er, habe dort gegessen, und bin wieder zur Bühne gegangen. Wie verwerflich ist das denn!

Seltsam war außerdem, dass wir (Blumenau, FM4-Chefin Eigensperger und ich) zusammen in den VIP-Bereich gegangen waren, er am Weg dorthin allerliebst und freundlich war. Aber FM4, oder etwas, woran es beteilgt ist, nicht gut zu finden, geht halt bei Blumenau nicht, oder nur sehr eingeschränkt. Menschlich nachvollziehbar, wer sich aber anmaßt über guten und schlechten Journalismus zu urteilen, sollte da nicht nur professioneller sein, sondern auch bei der Wahrheit bleiben und nicht Dinge behaupten, die schlichtweg falsch sind.

Halluzinierte VIP-Bereiche

Apropos VIP-Bereich. Dort treibe ich mich ja laut Blumenau vorwiegend herum und am Eingang eines solchen haben wir uns beim FM4-Fest kurz gesehen. Ich habe während des Verfassens dieses Textes nachgedacht, in wie vielen VIP-Bereichen ich im Jahr zirka bin. Mir sind einer oder zwei eingefallen, bei dem von FM4 war ich heuer zum ersten Mal. Aus denselben Gründen wie alle dort: Gratis Getränke, kaum Wartezeiten am Häusl, wärmer als draußen. Aber bleiben wir noch kurz dabei: Wo finden denn in Wien Konzerte statt: Arena, B72, Chelsea, Flex, Fluc, Rhiz, WUK, Szene Wien, Gasometer ... - wo sind denn in all diesen Veranstaltungsorten die von Blumenau halluzinierten VIP-Bereiche?

Anschließend bin ich zu Franz Ferdinand gegangen, bin exakt vor dem Mischpult gestanden und habe Konzert geschaut. Dabei habe ich laut Blumenauschen Ferndiagnose nichts empfunden. Jedenfalls wirft er das mir und meiner Franz Ferdinand Geschichte vor. Dass dieser Text ein Porträt anlässlich des neuen Albums war, bei der der mäßige Auftritt schon wegen seiner Durchschnittlichkeit nur am Rande Erwähnung fand, war ihm egal.

Topchecker

Ein Journalismus-Topchecker wie Blumenau hätte aber erkennen können, dass die Notwendigkeit die Konzertatmosphäre einzufangen, unter solchen Vorgaben eher eine Fleißaufgabe zur Vervollständigung war - wenn das Sujet einer Betrachtung schon vor Ort ist, irgendwie logisch. Was in diesem Zusammenhang eine "kontextlose" Geschichte sein soll, müsste Blumenau auch einmal erklären. (Als ich übrigens damals beim FM4-Frequency - wie von Blumenau aktuell eingefordert - atmosphärereich und detailliert über Teenager-Sauf-Orgien am Salzburgring geschrieben habe, war ihm das auch nicht recht. Was nun?)

Man ahnt also vielleicht schon, dass es hier weniger um eine im Argen liegende Rezensionskultur an sich geht, sondern doch eher um persönliches Geklimper. Interessant auch, dass Blumenau vor etwas über einem Jahr als vom STANDARD eingeladener Fremdblattkritiker die Möglichkeit gehabt hätte, diese Kritik zu formulieren. Damals lobte er die Popberichterstattung im Standard allerdings milde, wie der bei der Kritik anwesende Kollege Schachinger mitteilte und wie es anschließend auch das hausintern versandte Protokoll der Blumenauschen Blattkritik bestätigte. Ist da gar jemand nicht ganz ehrlich zu sich selbst? Und seinem Publikum?

Slowfox in der Oper?

Vollkommen absurd ist Blumenaus These, meine Arbeit wäre nur der Versuch in die Hochkultur und zu deren Geldhähne vorzustoßen. Wie darf ich mir denn das vorstellen? Versuche ich mittels Rezension einer Band wie Fucked Up zu erreichen, von Herrn Schröder eine Privatführung durch die Albertina zu bekommen? Oder mit Herrn Holländer am Opernball einen Slowfox zu wischen? Diese Behauptung ist ungefähr so daneben, wie Sigi Maron kapitalistischen Monarchismus vorzuwerfen.

Das Problem das ich in all dem orte, ist fehlende Konfliktkultur. Als ich im Vorjahr anlässlich des 13. Geburtstagsfests von FM4 im STANDARD so etwas wie eine Grundsatzkritik schrieb, wurde auf FM4-Seite einfach der Kopf in den Sand gesteckt - und geschwiegen. Gut für mich. Wer schweigt, stimmt zu, heißt es ja. Dennoch hatte ich so meine Zweifel, ob meine Kritik ungeteilte Zustimmung bei FM4 finden würde. So gesehen könnte man sagen: Eine (journalistisch) reife Reaktion auf Kritik, die, für mich überraschend, von ca. 80 Prozent der Standardforenmenschen mitgetragen wurde, sieht anders aus. Immerhin bietet der Standard täglich Plattform für Diskurse aller Art auf den Kommentar der Anderen Seiten. Diese wären selbstverständlich auch für FM4 offen gewesen.

Pflichtverteidiger

Aber gut, keine Debatte ist auch eine. Ein einziger bekennender FM4ler (Slack Hippy), kauderwelschte im derStandard.at-Forum unter nämlichem Text, dass man doch froh sein solle, dass es FM4 gäbe. Stimmt. Sind wir. Bloß ist deshalb noch lange nicht alles super, was FM4 macht und Kritik am Sender nicht verboten. Das wird auch Blumenau mit seiner Aura des überloyalen Pflichtverteidigers nicht weg schreiben können.

Das weiß er deshalb raunt er lieber kompensatorisch über schlechten Journalismus. Ausgerechnet auf einer Homepage, auf der ein Gutteil aller Texte wie hoppertatschige Erlebnisaufsätze daher kommen, insbesondere die so genannten Rezensionen, in denen Sätze wie dieser zu finden sind: "Ein Lied folgte auf das nächste." Bei einem Konzert? Echt? Wer hätte das gedacht!

FPÖ oder FM4?

Aber vielleicht ist das ja die von Blumenau aktuell eingeforderte "Lust", die korrekte Orthografie, richtige Sprachbilder sowie das kleine journalistische ein mal Eins nicht zulässt. Auf einer Seite, auf der ein Heinz Reich in schönster FPÖ-Manier schon einmal mehr oder weniger offen meinen Rauswurf aus dem Standard forderte, weil sich meine Meinung zu einem Air-Konzert nicht mit der seinen deckte.

Das ist schon bei anonymen Postern eher starker Tobak, dass man einem Journalisten so etwas Essentielles wie Meinungsfreiheit als elementares Element unserer Arbeit in Erinnerung rufen muss, könnte einen aber an schlechten Tagen durchaus betrüben. Einzig Werner Geier (O-Ton: "Foul im Strafraum!") mahnte damals Mäßigung ein, während Medienprofi Blumenau Reichsche Position bezog - Hallo Talsohle! - und meinte, ich müsse das aushalten, weil er hielte dergleichen auch aus. Ich halt das eh aus, darf mich aber trotzdem wundern.

Niedrige Instinkte

Man muss daraus kein Sittenbild zimmern und Kritik an meiner oder anderen mehr oder weniger öffentlichen Personen ist immer zulässig. Aber diese kleinen Schwänke rücken vielleicht ein wenig die vermeintliche Rechtschaffenheit zurecht, mit der Blumenaus Buchstabensuppen dahertröpfeln.

Ansonsten ist dieses Blumenau und Fluch hauen sich in die Goschn-Ding redundant und befriedigt bloß die niederen Instinkte der Zaungäste. So wichtig sind wir beide nicht. Darum habe ich auch bislang zu solchen Stichelein nicht Stellung bezogen. Egal wie erfunden sie waren. Diesbezüglich hat mir das Blumenau-Foto auf der alten FM4-Seite immer Trost gespendet. Da wirkte er so herrlich verschlagen.

Gutes FM4? Sure!

Jetzt aber reagiere ich, weil ich, wie man so schön sagt, einen Unterschied machen möchte. Anders als FM4 stelle ich mich dieser - na ja - Kritik. Wobei, wenn ich hier die ganze Zeit leger FM4 sage, ist das natürlich eine grobe Verallgemeinerung. Es gibt viele FM4-Mitarbeiter, die tolle Jobs machen, einige, denen ich mich schon lange freundschaftlich verbunden fühle, ja, sogar einige, die mir Recht geben. (Karl Fluch, derStandard.at, 27.01.2009)

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metacomet
10.07.2009 14:44
ja schön blöd, wenn man nur mehr durch polarisation

bzw. höhrer-verarsche als berufsjugendlicher wahrgenommen wird. mit bald 59 jahren eine musikwunschsendung für jugendliche zu moderieren, wirkt wie ein hilfloser versuch sich erfolglos gegen das älterwerden zu wehren.

Irmgard Sophie von Frentz
25.03.2009 19:28

ist das nicht dieser stadtbekannte, nun ja, Kinderfreund? Ewiger Onkel mit Süßigkeiten.

py rx
18.02.2009 15:54

ich mag den blumenau nicht, weil er arrogant und ein patriot ist. halten sie durch, fluch (und/oder schreiben sie auch mal ein buch - von mir aus)

py rx
18.02.2009 16:05

ach ja, vergessen bei der magnichtaufzählung: weil er vorgibt, von politischer ökonomie eine ahnung zu haben, aber so was von nicht hat (von der kritik derselbigen ganz zu schweigen). war mir ein bedürfnis.

Una música brutal
15.02.2009 05:16

man muss froh sein, der blumenau ist bei fm4. man stelle sich vor, dem faellt ploetzlich ein, er gruendet ein partei und kaeme damit an die macht. da wuerden die leute ja reihenweise erschossen.

schneida helga
15.02.2009 21:14

ERSCHOSSEN, sorry

schneida helga
15.02.2009 21:11
erschosen

die nicht seiner meinung sind oder die bei einem konzert an der bar stehen ?
eines wäre auch sicher :
mädchen an die macht !

posting
15.02.2009 23:30

warum?
weil die lieber messer haben?

sidegrinder
14.02.2009 23:54
when choosing between two evils

"when choosing between two evils i take the one i never tasted before" hat glaub ich mae west gesagt.
diese beiden evils hab ich zur genüge gekostet - kann keinen der beiden vertragen.
blumenau ist unfähig, einen satz zu ende zu sprechen,
fluch ist unfähig, zwischen schreibsln und schreiben unterscheiden zu können
also wassolls... ich verzichte gerne auf beide.
provinzkascherln!

posting
15.02.2009 22:54

mit ihrer aussage disqualifierzieren sie sich selbst im forum zu diesem artikel.
wenn sie auf beide verzichten, lassen sie uns doch bitte auf ihre meinung verzichten...
nicht, dass hier nur befürworter posten sollten,
aber ihr post ist irgendwie entbehrlich, weil es mich wenig interessiert und auch nicht viel zur diskussion beiträgt.
abgesehen davon:
"Whenever I have to choose between two evils, I always like to try the one I haven't tried before."
"when" klingt hier nämlich etwas komisch....

schneida helga
13.02.2009 18:17
duell mit pfeil und bogen

Norma Bates
13.02.2009 10:35
Liebe Buben...

Es kann sich nur um ein grundsätzliches Missverständis über den Status eurer Bedeutung handeln. Kriegt Euch wieder ein, dass ist ja peinlich. Das Wort "Berufsjugendliche" findet hier sein perfektes Anwendungsgebiet, ihr müsst doch nicht wie Teenies wegen an und für sich für den Lauf der Welt völlig uninteressanten Vorkommnissen/Schreibereien öffentlich befetzen nur weil ihr es eben könnt, man euch Raum dafür gibt, das zeugt nur von fehlender Gesprächskultur auf beiden Seiten.
Es wäre ja ein Celebrity Death Match oder meinethalben auch Schlammcatchen angesagt - aber dafür fehlt Euch halt dann doch der Celebrity-Status (aber den wolltet ihr ja auch gar nicht, gell!?). Noble Zurückhaltung wäre angebracht.

Christoph D
10.02.2009 20:02
großartige replik

wirklich, respekt!

Snow Henry
10.02.2009 12:17

blumenau ist ein selbstverliebter .....!

posting
13.02.2009 16:27

mittlerweile sind die bösen postings auf der fm4-hp gelöscht,
oder seh ich da etwas falsch?

sasna
13.02.2009 19:00

wie immer bei denen. Da wird alles wegzensiert was dem Ministerium für Sendersicherheit nicht passt

ernst thaelmann
07.02.2009 12:32
ich mag den herrn fluch

vor allem reagiert er immer auch auf postings*gg*
die fm4 freundschaftsclique mit ihrer verhaberung mit diversen musikschaffenden geht mir auch aufn geist.
ausserdem sind viele mittlerweile schon zu alt für fm4, aber sitzen halt alle bequem auf ihren sesseln...

Herbert Stein
04.02.2009 13:56
vergnügliche nachlese eines männerdings

es ist wie so oft in der natur: das rangniedere männchen (blumenau) wird frech gegenüber dem ranghöheren männchen (fluch) und zieht letztendlich natürlich den kürzeren (eingezogener schweif etc.). argumentiert wird von blumeau allerdings nicht musikkritisch sondern militärdienstlich: z.B. fluch ist nicht auf seinem platz (beim konzert), er hat seinen posten verlassen (sitzt im vip bereich), er ist wie ein deserteur, der seine musikkritische aufgabe nicht mehr wahrnimmt. witzig ist, dass er dabei von blumenau beobachtet wird, der diesen sachverhalt allerdings nur deshalb wahrnehmen kann, weil er auch nicht gerade beim stage diven ist. aber die conclusio ist witzig: fluch hat seine liebe zur alternative/indie/szene etc. verloren... toll!

barry mccoist
02.02.2009 14:51
in der ersten klasse volksschule

der kleine karli: "frau lehrerin, der blumenau ist soooo gemein!!!!"
der kleine martin: "frau lehrerin, frau lehrerin der fluch mag fm4 nicht!!!!"

helge schneida
01.02.2009 14:09

gehts miteinander auf ein frucade....

redalert
31.01.2009 14:32
sachen gibts

der blumenau ging mir auch bisher schon am a... vorbei, ich kann das radio ja abdrehen, wenn er grantelt.
von herrn fluch hab ich den eindruck eines gereiften coolen menschen, dem es schon gewaltig stinken muss, bevor er sich öffentlich zu sowas äußert.
les ich im standard eine musik- oder konzertkritik, weiß ich nach dem ersten halbsatz, ob dahinter fluc oder schach steht. hoffe, das bleibt so.

action jackson
30.01.2009 21:11

hätte ja eine interessante öffentliche debatte über musikjournalismus werden können. aber da kritisiert blumenau ausgerechnet etwas, das zwar im fluch-artikel da ist, aber nicht tragfähig genug um darüber ausführlicher zu diskutieren. dann nimmt es fluch persönlich und kontert auch so. schade. es hätte ja allen etwas gebracht wenn sich zwei erfahrene leute, wie die beiden es sind, professionell die stirn geboten hätten. dann hätte es auch einen mehrwert gegeben und vielleicht hätten wir uns gedanken darüber gemacht, über (musik)journalismus, oder was auch immer da aufgekommen wäre. jetzt wars halt kurzweilige unterhaltung, auch gut, aber eben morgen schon wieder wurscht.

STIHL 026
30.01.2009 20:44
meine damen und herren: es reicht

wie komm ich als musikinteressierter leser dazu, mich von diesem lachhaften zickenkrieg zweier alternder frustsäcke belästigen zu lassen? dass sich die heimische medienszene solcher clowns bedient, sagt viel über ihren zustand aus.

metternich1848
10.02.2009 14:15
wieso belästigen?

Fluch muss man nicht lesen, Blumenau nicht hören.

Muffel 
02.02.2009 11:49

Ach, jemand zwingt Sie gerade mit Gewalt dazu, das zu lesen und sogar darunter zu kommentieren? Sie Ärmster!

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