AT&S im dritten Quartal mit Gewinneinbruch - Kein Ausblick auf 2009

27. Jänner 2009, 11:04
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Massive Auftragsrückgänge ab Mitte November - Kapazität um 40 Prozent reduziert

Der in Wien börsenotierte Leiterplattenhersteller AT&S hat die weltweite Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommen. Im dritten Quartal des schiefen Geschäftsjahres 2008/09, das entspricht den letzten drei Monaten 2008, gab es einen Verlust (net income) von 23,5 Mio. Euro - in der Vorjahresperiode hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 11,7 Mio. Euro verbucht. Der Umsatz des Quartals lag mit 117,1 Mio. Euro um 7,5 Prozent unter dem Vorjahreswert (126,6 Mio.), teilte das Unternehmen am Dienstag ad hoc mit.

Kein Ausblick

Angesichts der wirtschaftlichen Situation gibt das Unternehmen keinen Ausblick auf 2009 bekannt, es sei aber mit einem Rückgang der globalen Leiterplattenumsätze von rund 6,5 Prozent zu rechnen, heißt es in der Aussendung.

"In der Regel zählt der November zu den stärksten Monaten im Geschäftsjahr", so AT&S, doch diesmal seien schon ab Mitte November Auftragsrückgänge verzeichnet worden. Im dritten Quartal war der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) mit 18,2 Mio. Euro im Minus (Vorjahresquartal: Plus 11,6 Mio.). Das sei insbesondere auf Restrukturierung am Standort Leoben-Hinterberg (Kosten: 20,2 Mio. Euro) und der Firmenwertabschreibung bei AT&S Korea (um 5,6 Mio. Euro) zurückzuführen. Das Ergebnis pro Aktie belief sich auf Minus 1,0 Euro (plus 0,52 Euro).

351,4 Mio. Euro Umsatz

In den ersten neuen Monaten des Geschäftsjahres verbuchte AT&S damit einen Umsatz von 351,4 Mio. Euro (Vorjahresperiode: 368,3 Mio. Euro), was leicht über den Analystenerwartungen von 348,6 Mio. Euro liegt. Das Ebit war mit 2,3 Mio. Euro nach 33,8 Mio. im Vorjahr ebenfalls besser als die Analysten vorhergesagt haben (1,7 Mio.). Dafür war der Verlust mit 4,9 Mio. Euro geringfügig höher als die vorhergesagten 4,1 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte es in neun Monaten allerdings noch einen Gewinn von 33,3 Mio. Euro gegeben.

Die Nettoverschuldung stieg um 31,9 Mio. Euro auf 189,6 Mio. Euro und damit von 68,3 Prozent auf 78,8 Prozent. Dieser Anstieg sei im Wesentlichen auf Investitionen für den Ausbau des Werks in Schanghai, den Bau des Werks in Indien, die Ausschüttung der Dividende und geringere Factoring-Aktivitäten zurückzuführen, schreibt ATS.

In Reaktion auf die Abwanderung von Kapazitäten nach Asien sei die Kapazität in Österreich um 40 Prozent gesenkt worden, von 215.000 m2 auf 130.000 m2 Leiterplattenfläche. Rund 293 eigene Mitarbeiter und 159 Leiharbeiter wurden "abgebaut". Damit betrug der Personalstand per Ende 2008 6.158 Mitarbeiter - nach dem Rekordstand von 6,452 Ende 2007 ein Minus von 4,6 Prozent. (APA)

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