Quimonda-Pleite lässt Konkurrenz aufatmen

27. Jänner 2009, 10:48
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Lage am Markt für Speicherchips könnte sich entspannen

Durch die Pleite von Qimonda könnte sich die Lage am Markt für Speicherchips weltweit entspannen. Das Angebot an DRAM-Chips werde dadurch "höchstwahrscheinlich" um 10 Prozent schrumpfen, wenn die anderen Hersteller bei ihren Kürzungsplänen blieben, erklärten die Experten von DRAMeXchange, dem führenden Preisforscher für elektronische Bauteile.

1-Gigabit-Chips, wie sie in vielen PCs zum Einsatz kommen, könnten damit wieder 1,20 bis 1,50 Dollar (0,94 bis 1,17 Euro) kosten. Damit würde der Preis wieder die Kosten der Hersteller decken, die in dieser Höhe liegen. Zurzeit kosten diese weniger als einen Dollar.

Rückgang um vier Prozent

Die Branche befindet sich seit mehr als einem Jahr in ihrer schlimmsten Krise. Der Umsatz mit DRAMs ist 2008 nach Angaben von Marktbeobachtern um fast 20 Prozent auf 25,2 Mrd. Dollar gesunken, für das laufende Jahr wird ein Rückgang um weitere vier Prozent erwartet.

Der insolvente Speicherchiphersteller Qimonda ist auf der Suche nach einem Investor. "Wir haben es hier mit einer hochkomplexen Situation und einem extrem kapitalintensiven Geschäft zu tun. Deshalb braucht es für eine tragfähige Lösung Beiträge von potenten Investoren", erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffe. Ob es bereits Interessenten gebe, kommentierte er nicht.

Zu viele Speicherchips

Alle großen Hersteller schreiben Verluste, weil viel zu viele Speicherchips hergestellt werden. Nach langem Siechtum hatte die Infineon-Tochter Qimonda am Freitag Insolvenz angemeldet, nachdem sie zeitweise mehr Verlust als Umsatz erwirtschaftet hatte. Der weltweit größte Speicherchip-Hersteller Samsung Electronics schrieb unlängst zum ersten Mal überhaupt einen Quartalsverlust. "Die Insolvenz von Qimonda bedeutet, dass die Auslieferungen von DRAMs in Bit im laufenden Jahr weltweit um weniger als 30 Prozent zunehmen werden", erklärte iSuppli-Chefanalyst Nam Hyung Kim. Bisher hatte das Marktforschungsunternehmen mit 35 Prozent gerechnet. "Das wird das Wachstum des Angebots drosseln, zu einer Stabilisierung der Preise und zu einer Linderung des Abschwungs beitragen", sagte Kim. (AP, Reuters/ DER STANDARD Printausgabe, 27. Jänner 2009)

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