Gebrauchte Software preiswert abzugeben

27. Jänner 2009, 10:55

Bis zu 700 Euro IT-Kosten sollen sich pro Mitarbeiter einsparen lassen, rechnen die Anbieter vor - Der Markt in Österreich wächst

Wer Software legal im Einsatz haben will, braucht dafür eine Lizenz. Das kostet Geld. So weit, so gut. In vielen Fällen scheint es allerdings, dass Unternehmen zu viele Lizenzen erworben haben oder aber gar nicht darüber Bescheid wissen, welche Pakete sie erworben haben.

Aktuelle Studien belegen, dass die meisten Unternehmen mit Software-Lizenzen überversorgt sind. Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte gehen etwa davon aus, dass jährlich weltweit etwa 240 Milliarden Dollar (rund 185 Mrd. Euro) dafür ausgegeben und nicht effizient eingesetzt werden. Die Analysten von Gartner wiederum schätzen, dass rund um den Globus rund 38 Prozent der angeschafften Softwareprodukte ungenutzt bleiben.

Einsparungen bis zu 50 Prozent

Genau hier setzen zahlreiche Anbieter nun mit dem Geschäftsmodell "Gebrauchte Software" an. Nachdem dieses Thema in Deutschland bereits großen Anklang in Firmen findet, kommt jetzt auch Bewegung in den österreichischen Markt. Konkrete Zahlen für österreichische Unternehmen nennt die auf der Wiener Technologiemesse ITnT vertretene Hamburger preo Software: "Bereits ein mittelständisches Unternehmen kann 350.000 Euro durch Software-Remarketing und gebrauchte Software einsparen. Allein die Möglichkeit zur Standardisierung auf ältere Versionen führt zu Einsparungen von 30 bis 50 Prozent", sagt Vorstand Boris Vöge. Als Faustformel gelte, pro Mitarbeiter sind durchschnittlich 700 Euro Einsparpotenzial vorhanden.

Der Einsatz von gebrauchter Software soll bis zu 30 Prozent des ursprünglichen Softwarepreises refinanzieren. Dies sei möglich, so die Anbieter, weil Software keinerlei Abnutzung unterliege und sich somit auch nicht verbrauche.

Da die Rechtslage in puncto gebrauchter Software noch nicht eindeutig geklärt ist, empfehlen Experten allerdings, vor allem bei der Übertragung von Volumenlizenzen sich vorab genau zu informieren. Denn noch müssen sich die Gerichte damit befassen, ob der Weiterverkauf einzelner Software-Lizenzen, die zuvor im Rahmen von Volumenlizenzverträgen wie Select-Verträgen von Behörden und Unternehmen abgegeben wurden, auch ohne die Zustimmung des Herstellers legal möglich ist. Die Anbieter berufen sich auf den sogenannten Erschöpfungsgrundsatz: Durch die Übertragung der Software wird der Zweiterwerber zum berechtigten Benutzer. (kuc/ DER STANDARD Printausgabe, 27. Jänner 2009)

Mathias
 
00
28.1.2009, 12:40
preiswerte Software?

Für die meisten Benutzer, welche ihren Computer dazu benutzen, einen Text zu tippen (moderne Schreibmaschine), ins Internet zu gehen (surfen) und auch Emails verschicken, gibt es doch schon längst preiswerte Software!

Seit heuer kann man ohne große Bedenken auf OpenOffice 3 zugreifen, damit hat man schon viel Geld für ein Office gespaart, welches noch das billige schrottige MS-Works um Längen schlägt!

OpenSource deckt im Linux/Mac/Windows Bereich schon einiges an Standardsoftware ab.

Beiddenker
00
28.1.2009, 08:03
Hmm, Dumpf kann ich mich erinnern, diesen Artikel bzw ...

... dessen Inhalt im Jahr 2006 gelesen zu haben. Da stand auch drin, dass es rechtlich noch nicht klar ist und auf eine gerichtliche Entscheidung gewartet wird.

Also auch nach drei Jahren noch nicht geklärt.

Ich bin der Meinung...
03
27.1.2009, 14:03
Selbstverständlich MUSS gebrauchte Software

uneingeschränkt weiterverkäuflich sein. Klar ist, dass natürlich z.B: Siemens einen winzigen Bruchteil für eine Office Lizenz bezahlen wird im Gegensatz zu Seppi Novak und es daher nicht im Interesse von Microsoft ist, Seppi Novak auch zu günstigen Konditionen zu versorgen.

Aber das Prinzip gilt überall. Seppi Novak zahlt auch viel mehr für einen Kilo Topfen wie Attila Dogoudan. Dennoch darf Do&Co Seppi den Topfen verkaufen.

Und natürlich zahlt HERTZ weniger für ein neues Auto wie Seppi. Dennoch fährt Seppi einen gebrauchten Wagen von HERTZ.

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