Erst denken, dann drucken

27. Jänner 2009, 10:55
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Ob E-Mails, Infos aus dem Internet oder Firmenpapiere - Bürodrucker sind selten arbeitslos. Das verursacht hohe Kosten, die mit einfachen Mittel aber durchaus gesenkt werden können.

In Unternehmen wird mehr gedruckt denn je. Entscheidungsvorlagen, elektronische Dokumente oder auch E-Mails, das Druckvolumen steigt beständig. Das Marktforschungsinstitut ALL Associated hat errechnet, dass ein Mitarbeiter im Büro durchschnittlich 1000 Seiten pro Monat druckt. Ein beträchtlicher Kostenfaktor, der nach diversen Studien in einem Unternehmen bis zu drei Prozent des Jahresumsatzes verschlingen kann.

Zählerstand ablesen

Knapp ein Viertel aller Druckjobs landen - häufig noch warm vom Drucker - im Papierkorb oder bestenfalls im Altpapier. So einfach und altbacken es auch klingen mag, die einfachste (und zugleich umweltfreundlichste) Sparvariante beim Drucken lautet: Ganz kurz nachdenken, ob man den Ausdruck auch wirklich benötigt. Auf Geräten des Druckerherstellers Xerox kann zum Beispiel der aktuelle "Zählerstand" vom User oder Administrator jederzeit eingesehen werden.

Fast 90 Prozent aller erstellten Drucke, so die Erfahrung des Print- und Imagingspezialisten Canon, werden nur einseitig bedruckt. Vieles davon könnte auch im Duplexformat, also zweiseitig, bedruckt werden. Ist die Duplex-Funktion im Druckmenü fest voreingestellt, geht das ohne Aufwand, die Papierersparnis ist enorm.

Optimierungsmaßnahmen

Zeit (und Geld) sparen lässt sich durch Optimierungsmaßnahmen. In den meisten Unternehmen wird heute mit zentralen Gruppendruckern gearbeitet. Die Mitarbeiter neigen dabei gerne dazu, sich jeden Ausdruck einzeln zu holen, um etwa sicher zu gehen, dass er nicht aus Versehen von einem Kollegen mitgenommen wird. Nützlich erweisen sich hierbei temporäre Druckspeicher. In einer Mailbox des Geräts werden alle Druckaufträge des jeweiligen Mitarbeiters gespeichert. Bevor dieser aufsteht, um seine Drucke abzuholen, prüft er vor Ort die in der Druckwarteschlange stehenden Aufträge und löscht diejenigen, die letztendlich nicht mehr notwendig sind.

Studien haben ergeben, dass Drucker seit Mitte der 90er-Jahre an Energieeffizienz um 98 Prozent zugenommen haben. Doch selbst die "grünsten" Drucker verbrauchen im Schlummermodus Strom. Das Abschalten in passiven Zeiten wie nachts oder am Wochenende hilft, Kosten zu senken.

Gerätemanagement

Unternehmen mit größeren "Druckerparks" empfiehlt sich ein Dienstleister, der das Gerätemanagement übernimmt. Dieser überlegt sich nicht nur optimierte "Output-Landschaften", sondern kümmert sich um die Beschaffung von Toner, Ersatzteilen und die Wartung. Da meist nach dem Pay-per-Page-Modell abgerechnet wird, bezahlt der Kunde nur die in Anspruch genommene Leistung und kann kapitalbindende Hardwareinvestitionen vermeiden. (Karin Tzschentke / DER STANDARD Printausgabe, 27. Jänner 2009)

  • Eine einfache Rechnung: Seiten, die doppelt bedruckt werden, sparen viel Papier und Geld.
    foto: istockphoto

    Eine einfache Rechnung: Seiten, die doppelt bedruckt werden, sparen viel Papier und Geld.

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