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Der Drang die Ohren vom Ohrenschmalz zu befreien ist groß
Eine häufige Diagnose in Hals-Nasen-Ohren-Ambulanzen: Cerumen obturans, auch Zeruminalpfropf genannt. Die Symptome der Patienten klingen beängstigend, verglichen mit dem was sich hinter dem plötzlichen einseitigen Hörverlust, mitunter von Schmerzen und Ohrgeräuschen begleitet, tatsächlich verbirgt. In der Regel genügt ein otoskopischer Blick in den äußeren Gehörgang und das Ohrenschmalz offenbart sich als Ursache dieser Schalleitungsstörung. Ein wächserner Pfropf versperrt Schallwellen den direkten Weg zum Trommelfell.
Reinigt und pflegt
Ohrenschmalz (Cerumen) ist ein Gemisch aus dem Sekret der Ceruminaldrüsen und dem Talg der Haarbalgdrüsen im äußeren Gehörgang. Dazu gesellen sich an der Hautoberfläche abgestorbene Hautschuppen, Haare und kleine Schmutzpartikel, deren Abtransport eine wichtige Funktion des braunen Cerumens ist. Das Reinigungsmittel ist zugleich natürliches Pflegemittel der Haut und besitzt außerdem antibakterielle Eigenschaften. Haben will es trotzdem keiner.
Herumstochern kontraproduktiv
Die US-Fachgesellschaft der Otolaryngologen beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Frage, warum viele Menschen so ein großes Bedürfnis besitzen ihre Ohren regelmäßig vom Ohrenschmalz zu befreien. Die Frage nach der Verwendung von Wattestäbchen liefert auch in Österreich meist schon die Antwort für die Verstopfung im Ohr. HNO-Ärzte raten generell vom Gebrauch dieser Reinigungsgeräte ab. Wer in den Ohren herumstochert, um sie zu reinigen, stopft das Ohrenschmalz nämlich nur weiter nach innen. Die Bildung eines abdichtenden Pfropfens wird damit beschleunigt, die Verletzungsgefahr im Ohr ist nebenbei relativ groß.
Allein in den USA werden jährlich ungefähr 8 Millionen Pfröpfe aus Ohren gezogen. Anlass genug um eine Leitlinie zu veröffentlichen, wie man das unliebsame Cerumen aus den Ohren auch richtig entfernt. (Otolayryngology - Head and Neck Surgery, 2008; 139:S1-S21 - Roland PS et al)
Finger weg von Selbsttherapie
Von einer Selbstbehandlung mit Präparaten, die der Aufweichung des akkumulierten Cerumens dienen oder dem manuellen Entfernen mit einer Pinzette, raten Experten jedenfalls ab. Gehörgang und Trommelfellverletzungen sind möglich und eventuell liegt auch eine andere Ursache hinter dem akuten Hörverlust. (phr, DerStandard.at, 30.1.2009)
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denn ich verwendet seit Jahrzehnten Wattestaberln und höre immer noch. Wer das, was er (sie) herausbekommen möchte, hineinstopft, ist selber schuld. LANGSAM drehend tiefer schieben, sollte es wehtun, nicht tiefer schieben, dann das Ergebnis am Staberl begutachten (meist mit verzogenem Mund) - was soll daran gefährlich oder schädlich sein?
Widerlich war ein Unfallbericht eines Bekannten, der für 1 Woche außer Gefecht und einige Monate später mit Hörgerät ausgestattet daherkam.
"Also wir hatten eine Party, ich hab also gesoffen"
"Im Bad hab ich mir dann aus Gewohnheit beim Hinausgehen ein Wattestäbchen geschnappt, um bisschen im Ohr zu pulen"
"kaum bin ich aus dem Bad raus, rempelt mich ein Besoffener an. Ich bin gegen den Türstock geknallt ... das Wattestäbchen mussten se dann raus operieren"
--> Angeblich auch nicht so selten: Leute, die deppert genug sind, sich mit einem Wattestäbchen das Trommelfell zu zerfetzen.
Ich erinnere mich an Ohrenspülungen mit lauwarmem Wasser aus einer großen Spritze gegen Schulfaulheit und Lernschwäche. Der Ohrentalg soll sogar psychedelische Eigenschaften haben. Angeblich ein alter Kartenspielertrick auf dem Balkan, Leuten herausgeproppte Gehörgangabsonderungen mit dem kleinen Finger in den Schnaps zu schnippen und auf diese Weise auf einen Tripp zu schicken.
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