Wenn schon sparen, dann richtig

27. Jänner 2009, 10:54
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Wer in Krisenzeiten den Rotstift in der Informationstechnologie ansetzt, sollte nicht nur das kurzfristige Kostendrücken im Auge haben

Dass Unternehmen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten auch nach Einsparungspotenzial im Bereich Informationstechnologie und Telekommunikation suchen, ist zwar nachvollziehbar. Aber es kann auch an falscher Stelle gespart werden: "Wer jetzt etwa an Wartung spart, zum Beispiel bei der Netzinfrastruktur oder bei Datenbankservern, hat zunächst schnell Kosten weg und stellt zunächst keine wesentlichen Veränderungen im Betrieb fest", sagt Michael Achatz, Geschäftsführer der Wiener iphos IT Solutions. "Das kann sich aber in kurzer Zeit rächen, wenn etwa wichtige Daten verlorengehen, und die Arbeiten, das alles wieder ins Lot zu bringen, überwiegen das Ersparte bei weitem."

Knowledgemanagement

Auch und gerade in Krisenzeiten sollten sich Firmen darauf besinnen, das vorhandene Potenzial zu heben. Etwa durch Knowledgemanagement oder Datawarehousing, also die Aus- und Bewertung vorhandener Daten, ließen sich nicht nur Einsparungspotenziale im Unternehmen, sondern auch Optimierungen von Produktportfolios herausarbeiten.

Reporting

Nicht vernachlässigt werden sollte auch das Reporting. "Nicht immer ist es von Erfolg gekrönt, sich lediglich auf die persönliche Erfahrung zu verlassen", rät Achatz, "denn es gibt in jedem Unternehmen eine Menge Zahlen, aus denen sich so einiges herauslesen lässt." Ein Aspekt, der in den meisten mittleren Unternehmen ein sehr wichtiger für den Geschäftserfolg sei.

Open Source

Einsparungsmöglichkeiten für kleine Unternehmen sieht Peter Havel, Chef der gleichnamigen IT-Managementberatung, in Open- Source-Lösungen. Das Argument vieler, dass ein Anwender ohne IT-Kenntnisse sich damit nicht auskennen würde, lässt er nicht gelten: "Wer zum Beispiel kennt sich schon in einem Programm wie Excel 2007 aus?" Sein Tipp: "Die Website sourceforge.net ist eine der größten Open-Source-Datenbanken für Gewerbetreibende, da findet jeder für seinen Betrieb eine passende Lösung."

Mitarbeiterkürzungen

Einig sind sich die beiden Berater, dass sich Unternehmen Mitarbeiterkürzungen - besonders in IT-Abteilungen - trotz Krise zweimal überlegen sollten. "Denn wenn der Wirtschaftsmotor wieder anspringt, fehlen die Ressourcen, um Aufträge abwickeln zu können", betont Achatz. Havel empfiehlt, jetzt noch mehr auf die Mitarbeiter zu hören: "Die meisten kennen sich in ihren Bereichen besser aus als der Chef - auch was Einsparungsmöglichkeiten anbelangt." (Karin Tzschentke/ DER STANDARD Printausgabe, 27. Jänner 2009)

  • Mit Mitteln der Informationstechnologie lassen sich in Krisenzeiten Einsparungspotenziale im Unternehmen heben.
    montage: lukas friesenbichler

    Mit Mitteln der Informationstechnologie lassen sich in Krisenzeiten Einsparungspotenziale im Unternehmen heben.

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