Städtische trotz Krise mit kräftiger Ergebnissteigerung

27. Jänner 2009, 19:06
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Vorstände verzichten dennoch auf Prämienzahlung

Wien - Die Vienna Insurance Group (VIG) konnte trotz erheblicher Wertberichtigungen das Ergebnis im Vorjahr - wie prognostiziert - um 23,6 Prozent auf 540 Mio. Euro steigen. Das sei einzigartig in der Versicherungslandschaft, sagte VIG-Chef Günter Geyer. Er führt das im Wesentlichen auf zwei Punkte zurück: Die Konzentration auf das Kerngeschäft und einer vorsichtigen Veranlagungspolitik. So sei man nur zu drei Prozent in Aktien investiert, obwohl 30 Prozent möglich wären.

Trotz der Zielerreichung werden Geyer und seine Vorstandskollegen für 2008 auf die Auszahlung der Bonus-Prämien freiwillig verzichten. Die Prämien machen in etwa 65 bis 70 Prozent des Fixgehaltes aus. In Summe geht es im Holding-Vorstand um einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag und in der Gruppe um einen hohe zweistelligen Millionen-Betrag, so Geyer am Dienstag bei der Präsentation des vorläufigen Jahresergebnisses.

Das wirtschaftlich besonders schlechte vierte Quartal habe den Wertberichtigungsbedarf bei der VIG "nicht mehr viel geändert", sagte Geyer. Die außerordentlichen Abschreibungen summierten sich auf 350 Mio. Euro. Zuletzt war im November von knapp über 200 Mio. Euro die Rede. Von den 350 Mio. entfielen 110 Mio. Euro auf Aktien - etwa Kursverluste bei Wienerberger oder voestalpine, knapp 100 Mio. Euro würden auf die Lehman-Pleite (laut früheren Angaben 50 bis 60 Mio. Euro), auf Island-Ausfälle (20 bis 25 Mio. Euro) und Ausfälle bei der Kommunalkredit entfallen. Das Finanzergebnis werde knapp eine Mrd. Euro betragen, nach über 800 Mio. Euro im Jahr davor.

Dem gegenüber stünden außerordentliche Verkaufs-Erträge (BA-CA-Versicherung, Unita-Versicherung) von rund 400 Mio. Euro. Dadurch könne die VIG einen "Polster von rund 50 Mio. Euro" den Reserven zuführen.

Konzernweit stiegen die Prämieneinnahmen im Vorjahr um 16,1 Prozent auf 8,32 Mrd. Euro, wobei erstmals mehr als die Hälfte (35,6 Prozent) aus den CEE-Töchtern stammen. Geyer sieht das Risiko Osteuropa für sein Institut differenzierter. So müsse man die Länder einzeln betrachten. In den für die VIG wichtigen Märkten wie Tschechien, Slowakei oder Polen sei das Wachstum statt 2,7 eben nur zwei Prozent, das sei ja nicht so schlecht. Geyer: "Wir sind im Massengeschäft tätig. Auch wenn es Rückgänge in der Kfz-Kasko-Versicherung gibt, eine Haftpflichtversicherung muss trotzdem bezahlt werden".

Für heuer erwartet der Konzernchef ein weiterhin gutes technisches Ergebnis und eine Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - von erneut deutlich unter 100 Prozent netto. Eine Ergebnisprognose sei derzeit nicht möglich, da der Kapitalmarkt nicht einschätzbar sei, so Geyer. Das Wachstum in Osteuropa werde sich zwar verlangsamen, sollte aber zumindest knapp zweistellig bleiben. Neue Akquisitionen sind derzeit keine geplant. Zusätzliche Prämien sollten auch von der S-Versicherung kommen. (cr, DER STANDARD, Printausgabe, 28.1.2009)

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