Österreich gehen Blutvorräte aus

27. Jänner 2009, 07:26
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Extreme Knappheit an Blutkonserven in Österreich - Erstspender und jüngere Spender dringend gesucht - mit Video

Wien - Österreichs Pool an Blutkonserven gerät zunehmend auf's Trockene. Immer weniger Menschen sind zur Blutspende bereit, Wien ist im Länder-Vergleich besonders schlecht. Zur Grippe und Urlaubszeit schlägt dasSpender-Manko wieder zu. Das erklärten Experten von der Rotkreuz-Blutspendezentrale in Wien.

"Wir könnten Wien mit den eigenen Blutspenden gar nicht versorgen. In Wien sind 2,1 Prozent der Bevölkerung Blutspender, im österreichischen Durchschnitt sind es 3,7 Prozent", erklärte Maria Kral , Leiterin des Spendermanagements in der Blutspendezentrale für Wien. 2007 spendeten fast 300.000 Österreicher den "Lebenssaft". Das machte 454.000 Blutkonserven aus. Die größte Solidarität zeigten die Burgenländer, wo in jenem Jahr 5,3 Prozent der Bevölkerung an Blutspendeaktivitäten teilnahmen.

Dramatischer Lagerstand

Derzeit ist der Lagerstand an Konserven mit Blickpunkt auf Wien, Niederösterreich und Burgenland besonders dramatisch. Anstelle der erforderlichen 4.500 Konserven, befinden sich nur noch 2.500 im Bestand. 

Kritische Faktoren: Erythrozytenkonzentrate dürfen bei vier Grad Celsius nur 42 Tage lang gelagert werden. Schwankungen im Verbrauch gilt es auszugleichen. So ist beispielsweise der Jänner eine Periode größeren Verbrauches, weil es in den Krankenhäusern nach den Feiertagen wieder mehr Operationen gibt. Über die Weihnachtsfeiertage ist die Spenderbereitschaft generell immer besonders gering. Heuer hat sich nach den Ferien verfrüht die Influenza in Österreich ausgebreitet. Kontinuierliche Versorgung und gleichzeitig Spitzen im Verbrauch, sowie schwankende Spenderzahlen machen die Steuerung schwierig.

Angelegenheit der Gesamtbevölkerung

Was in der breiten Bevölkerung offenbar zu wenig bekannt ist: Die Versorgung von Schwerkranken in den österreichischen Spitälern mit Blut ist Angelegenheit der Gesamtbevölkerung. Wo sonst sollte das Spenderblut herkommen?

 

Maria Kral: "Wir brauchen mehr Erstspender. Das sind derzeit etwa elf Prozent. Andere Staaten wie Litauen haben beispielsweise einen Erstspender-Anteil von 40 Prozent. Wir bräuchten auch mehr Frauen. Zwei Drittel unserer Spender sind Männer. Und wir verlieren drei Viertel unserer Spender wieder." Erstspender sollen zu regelmäßigen Besuchern der Zentralen werden. Männer können rund sechsmal im Jahr Blut spenden, Frauen vier bis fünf Mal.

Auch die zunehmende Überalterung der Bevölkerung wird das Blutspendewesen vor neue Herausforderungen stellen. Die "künstliche Hüfte", das "künstliche Knie", die aufwendige Koronaroperation etc. - das alles sind Bedarfs-Höhepunkte für Blutkonserven. Zwar sank der Blutkonservenverbrauch in den vergangenen Jahren durch verfeinerte Techniken in den Operationssälen um pro Jahr etwa fünf Prozent. Doch jetzt dürfte hier ein Plateau erreicht werden - bei steigenden Operationszahlen.

"Hinschauen statt wegschauen"

Was sich die Verantwortlichen für Österreich wünschen: "Hinschauen statt wegschauen", was das Blutspendewesen angeht. Und natürlich "spenden statt bloß konsumieren". Das ehemalige generelle Alterslimit von 65 Jahren für Blutspender gibt es übrigens nicht mehr.

Und wann würde die medizinische Leiterin der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland, Eva Menichetti, am ehesten Blut spenden? "Vor dem Sommer und im Jänner. Genau dann, wann wir besonders knapp sind." (APA/red)

 

 

 

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    Der Lagerbestand an Blutkonserven ist in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland dramatisch

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