Morales bietet Opposition Verhandlungen an

27. Jänner 2009, 06:18
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Über "Umsetzung der neuen Verfassung" - Opposition hat Morales wiederholt vorgeworfen, er wolle eine linke Diktatur errichten

La Paz - Nach seinem Sieg bei dem Verfassungsreferendum hat Boliviens linksgerichteter Präsident Evo Morales der konservativen Opposition Verhandlungen über einen nationalen Pakt angeboten. Dabei könne es jedoch nur um "die Umsetzung der neuen Verfassung" gehen, fügte Morales am Montag (Ortszeit) hinzu. Was genau er damit meinte, blieb zunächst offen. Am Sonntag hatten etwa 56,83 Prozent der Wähler für die Annahme des neuen, linken Grundgesetzes gestimmt, teilte die zentrale Wahlkommission nach Auszählung von fast 50 Prozent der Stimmen mit.Das Endergebnis gibt es erst in knapp drei Wochen. Der Ausgang des Referendums über die neue bolivianische Verfassung war am Montag lange offen, Nachwahlbefragungen ließen an 60 Prozent Zustimmung glauben, doch bei der Auszählung kippte die Mehrheit langsam wieder. Am Dienstag stand die Mehrheit der Stimmen wieder bei "Si".

Private Meinungsforschungsinstitute hatten auf der Basis von inoffiziellen Nachwahlbefragungen und Parallelzählungen von Stimmzetteln eine Zustimmung von etwa 60 Prozent errechnet. Die Verfassung soll der diskriminierten Indio-Mehrheit mehr Rechte und dem Staat größere Kontrolle über die Wirtschaft verschaffen. Außerdem eröffnet sie dem Präsidenten die Möglichkeit einer zweiten fünfjährigen Amtszeit.

Der Widerstand gegen Morales kommt aus den wohlhabenderen Regionen im Osten und Süden des Landes. In Santa Cruz, Tarija, Beni und Pando stimmten die Menschen mehrheitlich gegen die Verfassung. Die aus diesen Departements stammenden Anführer der Opposition kündigten eine Fortsetzung ihres Kampfes gegen den von Morales angestrebten radikalen Kurswechsel des Landes an.

Oppositionelle wie der wohlhabende Unternehmer Branko Marinkovic in Santa Cruz hatten jedoch in der Wahlnacht ebenfalls einen "nationalen Pakt" zur Überwindung der Probleme gefordert. Auch er ließ offen, um welche Punkte es in dem Abkommen gehen soll. Die Opposition hat Morales wiederholt vorgeworfen, er wolle eine linke Diktatur errichten. (APA/dpa)

 

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