Grüne kritisieren "Nachgespräche"

26. Jänner 2009, 19:34
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Architekt soll sich mit Laska auf Quote geeinigt haben

Die Zahlungsunfähigkeit der mit Baukoordination und Gesamtdramaturgie des neuen Prater-Vorplatzes beauftragen Firma Explore 5D hatte auch für das Architekturbüro Valtiner schwere finanzielle Folgen. Die im Besitz des Ex-Explore 5D Geschäftsführers Martin Valtiner befindliche Firma soll damals auf gut 600.000 Euro für Arbeiten am Projekt verzichtet haben. Nun habe sich Valtiner einen Teil das Geldes zurückgeholt - das behaupten jedenfalls die Wiener Grünen.

Nach einem Gespräch mit Vizebürgermeisterin Grete Laska (SPÖ), in deren Zuständigkeit sämtliche Prater-Agenden fallen, habe man sich laut der Grünen Planungssprecherin Sabine Gretner darauf geeinigt, dass Valtiner auf 300.000 Euro verzichte und 40 Prozent der der restlichen 300.000 Euro - also 120.000 Euro - erhalte. "Offenbar war noch etwas vom Ausgleichsbudget übrig", sagt Gretner. "Es ist höchst bedenklich, dass hier Vereinbarungen außerhalb des Ausgleichverfahrens getroffen werden." Gretner vermutet, dass Valtiner "an die Öffentlichkeit gehen wollte": "Ich bin überzeugt davon, dass Valtiner als Ex-Geschäftsführer von Explore 5D Dinge weiß, die Laska massiv schaden könnten."

Laska war am Montag zu keiner Stellungnahme bereit. Auch Prater-Service-Geschäftsführer Georg Wurz, Ausgleichsverwalterin Eva Riess und Martin Valtiner waren für den Standard nicht erreichbar.

60 Millionen Gesamtkosten

Nach der Pleite von Explore 5D endete das einstige Prestigeprojekt in einem Finanzdebakel, Grüne, FPÖ und ÖVP stellten seither gemeinsam insgesamt drei Misstrauensanträge gegen Laska.

Zuletzt ließ das Kontrollamt kaum ein gutes Haar an der Vorgehensweise der Stadt und ihrer Tochterfirmen in Sachen neuem Prater-Entree. Das Vergabegesetz sei umgangen und eine Reihe von Interessenskollisionen produziert worden. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) gab daraufhin "unter Termindruck passierte Fehler" zu. Die Baukosten von 60 Millionen Euro seien aber gerechtfertigt gewesen und das neue Entree ziehe zusätzliche Besucher an. (stem/DER STANDARD-Printausgabe, 27.1.2009)

 

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