AMAG verhandelt über Kurzarbeit

26. Jänner 2009, 19:34
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Land Oberösterreich sagt Unterstützung zu

Linz - Der Aluminiumerzeuger Austria Metall AG (AMAG) mit Sitz in Ranshofen (Braunau) in Oberösterreich verhandelt über Kurzarbeit für rund 1.000 Mitarbeiter. Das berichten die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) in ihrer Dienstag-Ausgabe unter Berufung auf ein Gespräch mit Generaldirektor Gerhard Falch. Ziel sei es, die Arbeitskapazität um ein Viertel zu verringern.

Mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) und der Gewerkschaft habe es Vorgespräche gegeben, nun werde verhandelt, berichtet die Zeitung. Die Kurzarbeit soll für einen Großteil der Belegschaft gelten. Ausgenommen werden Vertrieb, technologische Entwicklung sowie das Rechnungswesen und die Bilanzbuchhaltung, die derzeit Hochbetrieb haben. Somit wären rund 1.000 Leute betroffen.

Die AMAG-Führung will vor allem Kurzarbeitsmodelle nützen, die mit einer Weiterqualifizierung der Mitarbeiter einhergehen. Auch die schon lange existierende AMAG-Stiftung soll in die Pläne eingebunden werden. Falch will auf alle Fälle ohne Kündigungen über die Runden kommen.

Die Rahmenbedingungen für die Aluminiumindustrie hätten sich in den vergangenen vier Monaten massiv geändert. Notierte der Preis für eine Tonne Aluminium im Sommer 2008 bei 2.500 Euro pro Tonne, werden jetzt nur noch 1.050 Euro pro Tonne bezahlt. Der Aluminiumpreis sei jedoch gehedgt (also abgesichert) und damit mehr oder weniger ein Durchlaufposten für die AMAG, sagt Falch.

Paket im Bereich "Bildungskarenz plus"

Das Land Oberösterreich den betroffenen Mitarbeitern der AMAG am Montag volle Unterstützung zugesagt. Mit AMAG-Generaldirektor Gerhard Falch sei bereits besprochen worden, dass für die AMAG auch im Bereich "Bildungskarenz plus" ein auf die Mitarbeiter und das Unternehmen bei Bedarf ein treffsicheres, zukunftsorientiertes Paket vereinbart werde.

Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer und Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (beide V) betonten in einer Presseaussendung, es gehe darum, die Qualifizierungsmaßnahmen als Zukunftsperspektive für die Mitarbeiter anzulegen. Es bleibe oberstes politisches Ziel, so viele Menschen wie nur möglich in Beschäftigung zu halten. Kurzarbeit und Bildungskarenz plus seien dafür zwei immens wichtige Eckpfeiler. Kurzarbeit sei ein ganz wesentliches Instrument, um Menschen in Beschäftigung halten und eine wirtschaftliche schwierige Zeit durchstehen zu können. Daher sei die Maßnahme der AMAG schmerzlich, aber jene Maßnahme, die Kündigungen vermeiden lasse. (APA)

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