KWB durch Gaskrise im Auftragshoch

26. Jänner 2009, 18:49
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Geschäftsführer Stubenschrott erwartet Rekordergebnis

Die Gaskrise hat bei Erzeugern von Pelletskesseln die Telefone heißlaufen lassen. "Wir bekommen Anfragen von Kunden, die zu Hause eine Gastherme haben und umstellen möchten. Das hat es noch nie gegeben", sagte Erwin Stubenschrott, Geschäftsführer der Firma KWB, dem Standard. "Das zeigt, wie stark das Vertrauen der Menschen in leitungsgebundene Energieformen geschwunden ist."

KWB steht für "Kraft und Wärme aus Biomasse". Das steirische Unternehmen aus St. Margarethen an der Raab (Bezirk Weiz) erzeugt seit 15 Jahren Stückgut-, Hackschnitzel- und Pelletskessel. Mit dem Unternehmen ging es steil bergauf, bis im Herbst 2006 die Pelletspreise plötzlich explodierten. Stubenschrott: "Der Preis hat sich innerhalb kurzer Zeit von 143 Euro je Tonne auf 270 Euro fast verdoppelt. Die Kunden waren weg."

Der Pelletsmarkt brach in Europa um gut 70 Prozent ein; KWB bekam das zu spüren: 2007 ging der Umsatz von 46 auf 26 Mio. Euro zurück. Stubenschrott: "Eigentlich hätten wir 50 Mitarbeiter kündigen müssen - tatsächlich haben wir uns nur von fünf Personen getrennt. Rückblickend betrachtet war das genau die richtige Entscheidung."

Als mit dem Höhenflug der Ölpreise der Run auf holzbefeuerte Kessel nämlich wieder voll einsetzte, habe man ohne große Vorlaufzeiten sofort durchstarten können. "Wir hatten Lieferzeiten von drei bis fünf Wochen, unser Mitbewerb teils bis zu drei Monate. Dadurch konnten wir Marktanteile gewinnen", sagte der KBW-Chef.

Pellets kosten derzeit zwischen 192 und 208 Euro je Tonne. In dem Ende März auslaufenden Geschäftsjahr 2008/09 erwartet Stubenschrott einen Rekordumsatz von 60 Millionen Euro. Die Auftragslage sei, verglichen mit Jänner 2008, "sehr gut".

Obwohl die Wintermonate für Kesselproduzenten traditionell schwach sind, baut KWB derzeit 150 bis 200 Anlagen pro Monat. In der Hochsaison von August bis November sind es freilich deutlich mehr, 800 bis 900 pro Monat. KWB beschäftigt in der Oststeiermark gut 200 Mitarbeiter, weitere 150 sind in Tochterbetrieben tätig. KWB liefert Heizkessel in zehn Länder, darunter auch nach Chile.

Wie viele der Anfragen tatsächlich in Aufträge münden, wird sich laut Stubenschrott in den kommenden zwei Monaten herausstellen. Da finden die Leitmessen der Branche statt. Ein Pelletskessel kostet samt Installation 10.000 bis 12.000 Euro; abhängig vom Bundesland gibt es bis zu 3000 Euro Förderung. Aus Mitteln des Klima- und Umweltfonds gibt es bis Ende Februar zusätzlich noch 800 Euro. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.1.1.2009)

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