Qimonda-Insolvenzverwalter sucht finanzstarken Investor

26. Jänner 2009, 18:24
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"Wir haben es hier mit einer hochkomplexen Situation zu tun"

Der insolvente Speicherchip-Hersteller Qimonda braucht zum Überleben rasch einen zahlungskräftigen Investor. "Wir haben es hier mit einer hochkomplexen Situation und einem extrem kapitalintensiven Geschäft zu tun. Deshalb braucht es für eine tragfähige Lösung Beiträge von potenten Investoren", sagte Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Montag vor Mitarbeitern der Infineon-Tochter in München. Zunächst gehe es darum, die Liquidität zu sichern. Daneben würden verschiedene Möglichkeiten für die mittel- und langfristige Fortführung des Geschäfts ausgelotet.

Die 4600 Mitarbeiter in Deutschland können bis Ende März vom Insolvenzgeld bezahlt werden. Bis dahin muss eine Lösung für das Unternehmen mit insgesamt 12.000 Beschäftigten gefunden werden. Derzeit werde an allen Standorten produziert, betonte Qimonda. Die Mitarbeiter im Hauptwerk Dresden sollen am Dienstag über den aktuellen Stand informiert werden, Anfang Februar soll es dann Gespräche in den Werken Porto und Lissabon geben. In Portugal beschäftigt Qimonda 1800 Menschen. Das Unternehmen setzt Hoffungen auf eine selbst entwickelte Technologie, mit der kleine Chips zu niedrigen Kosten hergestellt werden können.

Qimonda hatte seine Zahlungsunfähigkeit am Freitag bei Gericht angemeldet. Rettungsbemühungen der Politik waren wegen neuer Finanzlöcher in letzter Minute gescheitert. Der Freistaat Sachsen, das Land Portugal und Konzernmutter Infineon hatten gemeinsam ein Rettungspaket geschnürt; zudem war eine Bund-Länder-Bürgschaft vorgesehen. Der massive Preisverfall bei Speicherchips für Handys, Digitalkameras oder Computer hatte den Kapitalbedarf des viertgrößten DRAM-Herstellers der Welt verdoppelt. Der Freistaat Sachsen betonte am Freitag, sein Hilfsangebot stehe. Zudem werde man alles tun, um einen künftigen Investor zu unterstützen. Laut Qimonda laufen derzeit Gespräche mit allen Beteiligten, zunächst in Bayern, Sachsen und Portugal. (Reuters)

 

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