Der Blick auf die Stadt

26. Jänner 2009, 18:17
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Die soeben eröffnete Lentos-Ausstellung Linz Blick zeigt künstlerische Stadtperspektiven von 1909 bis 2009

Eines der wenigen berühmten Stadtbilder von Linz ist wohl jenes von Oskar Kokoschka, der seine "Linzer Landschaft" am Blick auf das Voest-Gelände orientiert. Vier Jahrzehnte später interviewen Maria Karl und Stefan Kurowski in "Die Leute von St. Peter" die ehemaligen Bewohner jenes Dorfes, das einst den Hermann-Göring-Werken weichen musste. Die soeben eröffnete Lentos-Ausstellung Linz Blick zeigt künstlerische Stadtperspektiven von 1909 bis 2009, von Kuratorin Andrea Bina spannend zusammengestellt.

Bis zu den Siebzigern herauf war der Blick auf Linz von klassischen Stadtporträts geprägt, die Hauptplatz, Donau und Pöstlingberg zumeist postkartenidyllisch ins Auge fassten. Avantgarde war anderswo - bis 1977 die Künstlergruppe Hausrucker eine Nike auf das Dach des Brückenkopfgebäudes hievte und der Aufbruch in die Moderne sein Zeichen fand. Sehenswert sind neben diesen Anklängen an die jüngere "Kunstgeschichte" nicht zuletzt auch die aktuellen Arbeiten, die gelungene Beiträge zu Alltag wie Geschichte liefern.

Zu sehen sind etwa der wunderbare Parkbad-Animationsfilm von Edith Stauber, ironisch inmitten von Landschaftsporträts platziert, und auch die Nicht-Ansichtskartenserie von Elisabeth Kramer und Simon Hipfl. Sie berichtet durchaus pointiert von der Entstehung der Hitler-Bauten. (wo, DER STANDARD/Printausgabe, 27.01.2009)

 

>> Linz, Lentos, (0732) 7070-3600, bis 19. 4.

  • Judith Kaltenböck mit "Goldhaube (Großmutters Erbe)".
    foto: lentos

    Judith Kaltenböck mit "Goldhaube (Großmutters Erbe)".

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