Frauenanteil derzeit bei zwei Prozent

26. Jänner 2009, 16:52
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Schnupperwochenenden sollen weiblichen Zustrom erhöhen - Immerhin warten 1.000 neue Jobs beim Heer

Salzburg - Auch nach elf Jahren sind Frauen beim Bundesheer stark in der Minderheit. Gerade einmal 330 Frauen in Uniform weist die jüngste Statistik des Verteidigungsministeriums aus. Das sind nur knapp über zwei Prozent der 15.660 Heeresangehörigen. Mit Schnupperwochenenden hofft das Bundesheer, den Frauenanteil zu steigern.

64 Leistungssportlerinnen unter Soldatinnen

Nach einem anfängliche" Frauenboom" stagniert die Zahl der Soldatinnen seit mehreren Jahren: Im April 1998 rückten die ersten neun Soldatinnen ein. Fünf Jahre später wurde die 200er-Grenze überschritten, danach stieg die Zahl zwar weiterhin an, "aber nicht rasend", sagt Bundesheer-Sprecher Oberst Michael Bauer. Im Dezember 2008 waren es gerade einmal 330 Frauen, davon 64 Leistungssportlerinnen.

Realistisches Bild des Soldatenalltags vermitteln

Die Schnupperwochenenden für Frauen in der Hiller-Kaserne in Linz-Ebelsberg gehören zu jenen speziellen Kommunikationsmaßnahmen, durch die man sich mehr Zustrom erhofft. "Wir wollen Limits aufzeigen, machen Sporttests und verteilen einen gezielten Trainingsplan", erklärt Bauer: "Die Frauen bekommen auch einen Rucksack umgehängt und dürfen eine Uniform probieren - so erleben sie, wie sich das anfühlt. Sie sollen mit einem realistischen Bild vom Soldatenalltag nach Hause gehen."

Das Missverhältnis zwischen Männern und Frauen beim österreichischen Militär könne nicht so rasch aufgeholt werden, räumt Bauer ein. "Frauen hatten ja erst zehn Jahre Zeit, sich zu etablieren. Und das körperliche Leistungslimit ist sehr hoch. Aber jene, die zum Militär gehen, sind wirklich gut", betonte der Oberst.

Dennoch hofft man im Verteidigungsministerium, dass für die 1.000 zusätzlichen Jobs, die Verteidigungsminister Darabos nun für das Heer plant, auch Frauen anheuern. Diese Arbeitsplätze sind zwar in erster Linie für Auslandseinsätze bestimmt, auch hier sind Frauen aber schon mit dabei. (APA)

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