Brasilia kürzt UN-Beiträge

26. Jänner 2009, 16:36
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Einschnitt um mehr als 56 Prozent - Auch andere internationale Organisationen von Kürzungen vor Hintergrund der Finanzkrise betroffen

Brasilia/Sao Paulo - Der brasilianische Kongress hat im Zuge der internationalen Finanzkrise die Beiträge Brasiliens für Mitgliedschaften in internationalen Organisationen, wie etwa den Vereinten Nationen, um mehr als die Hälfte gekürzt. Von den für heuer ursprünglich vorgesehenen Mitteln in Höhe von 395 Millionen Reais (131,6 Millionen Euro) seien nur 171 Millionen Reais gebilligt worden, schrieb die Zeitung "Folha de Sao Paulo" (Montag-Ausgabe).

Mit der bereits im vorigen Monat getroffenen Entscheidung kürzt Brasilien, das fünftgrößte Land der Welt, die Mittel um mehr als 56 Prozent. Die Kürzung wurde mit der veränderten Wirtschaftslage begründet.

Brasilien auf Rang 14

Nach gemeinsamer Berechnung der "Folha" und der Nicht-Regierungsorganisation Contas Abertas (Offene Rechnungen) sinken etwa die vom Außenministerium ursprünglich eingeplanten UNO-Beiträge in Höhe von 60 Millionen auf 25,5 Millionen Reais und die Mittel für die Welthandelsorganisation (WTO) von 2,7 Millionen auf 1,1 Millionen Reais. Betroffen ist auch die UNO-Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsorganisation UNESCO, für die die Beiträge Brasiliens um 58 Prozent auf 8,1 Millionen Reais sinken.

Brasilien rangierte in den vergangenen Jahren auf Platz 14 der Beitragszahlerliste der Vereinten Nationen, allerdings mit einem relativ geringen Prozentsatz am UNO-Budget von 1,5 Prozent. Größte Zahler sind die USA (22 Prozent), gefolgt von Japan (16,6) und Deutschland (8,5). (APA/dpa)

 

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