Finanzkrise in Ungarn

"Erster Teil vorbei"

26. Jänner 2009, 14:58

Gordon Bajnai, Minister für nationale Entwicklung und Wirtschaft, im Video-Interview über die Pläne seines Landes, um das Wachstum wieder anzukurbeln

Unser Nachbarland Ungarn ist von der Finanzkrise besonders hart betroffen. Österreichische Banken sind in diesem Markt stark investiert. Der ungarische Minister für nationale Entwicklung und Wirtschaft, Gordon Bajnai, erklärt im derStandard.at-Video-Interview, wie die sozialdemokratische Regierung durch Reformen - und ohne populistische Maßnahmen - bei Steuern, Sozialversicherung und Arbeitsgesetzen das Wachstum wieder ankurbeln will. Bajnai kommt aus der privaten Finanzwirtschaft, wurde 2006 Regierungskommissär für Entwicklung und ist seit Mai 2008 Minister. Die Fragen stellte Hans Rauscher.

Gordon Bajnai über das Ausmaß der Weltwirtschaftskrise in seiner Heimat. "Der erste Teil der Finanzkrise ist vorbei", meint Bajnai und verweist auf die hohen Währungsreserven seines Landes, die vor einer Verschärfung schützen sollten.

Ist eine Finanzspritze für die Banken in Ost- und Zentraleuropa nötig? Bajnai verweist darauf, dass 80 Prozent der Banken in Ungarn im Besitz der großen europäischen Banken sind und dass diese die nötige Stabilität garantieren.

Über Möglichkeiten, das Wirtschaftswachstum in Ungarn zu fördern: Reformen im Bereich der Steuern oder Sozialversicherungen, die schon im ersten Halbjahr 2009 erfolgen sollen, sollen das Wachstum ermöglichen.

Über die Gefahr von Populismus in einer Zeit der Krise: Bajnai hält fest, dass sich in der Vergangenheit die Großparteien oft gegenseitig überboten haben, was Versprechungen an die Bürger betrifft. Jetzt sollte jedoch die Nation im Vordergrund stehen und nicht, welche Partei gerade an der Macht sei. Der Minister zeigt sich zuversichtlich, dass Ungarn die Krise meistert, denn: "Wir haben sehr viel Erfahrung im Krisenmanagement."

(derStandard.at, 26.1.2009)

Kommentar posten
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kauwvn
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die wahrheit

die wahrheit ist, dass die ungarn zwar den ganzen tag (oder manchmal auch nicht) am arbeitsplatz anwesend sind aber am abend leider nichts geleistet haben. dort wo sie ein geschaeft sehen werden die preise sofort ums doppelte (insbesondere für auslaender) erhöht und die leistung auf die haelfte reduziert. ich arbeite seit 20 jahren in ungarn und weiss wovon ich spreche.
600.000 ungarn sind mit ihren monatlichen zahlungen für ihre kredite mehr als drei monate im rückstand, der herr minister ist leider unwissend (ist auch keine überraschung)

primaspeti
21
27.1.2009, 16:57
Raubregierung

Ein Witz:
Gyurcsány fragt Gott:
"Die Staatskassen sind leer, was soll ich machen?"
Gott antwortet:
"Gebt das Geld einfach zurück!"

Die Finanzkrise hätte das Land niemals so hart getroffen, wenn Ungarn nicht schon in einer hausgemachten Finanzkrise gewesen wäre, die durch Milliardenraub durch die Regierung (Ex-Kommunisten) verursacht wurde!
So schaut's aus!

globetrottel
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Relativ kindisch. Wie wär's mit Belegen ?
Und zwar solchen, die über "aber das weiss doch jeder in Ungarn" a bisserl hinausgehen....

Kenninet Moginet
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27.1.2009, 08:04
Ungschaut gelogen

Diese Leute sitzen seit ... was 10 Jahren in der Regierung und es verlassen Sätze wie:" Wir sollten weiter strukturelle Veränderungen vornehmen.." seinen Mund. Herr Minister sie hatte alle Zeit der welt und die nötige Machtbasis. Vielleicht sollte man nicht so viel Eugeld, Weltbankspritzen und Co. unter den eigenen ARMEN verteilen, sondern dem Land zugute kommen lassen.

Hans Peter S.
00
16.2.2009, 22:22
Als ob es bei uns anders wäre...

Ich weiss nicht mehr ob es die letzte oder vorletzte Gemeinderatswahl in Graz war, aber dort stellte sich ein ähnliches Bild: die Sieger erklärten wie schlimm die finanzielle Lage war und dass sich etwas ändern müsse, darüber, dass sie ja auch schon immer im Stadtrat vertreten waren und was hätten tun können wurde kein Wort verloren...

globetrottel
00

Kann mir nicht helfen, aber der Interviewte ist erst seit vorigem Jahr Minister....
Und die "nötige Machtbasis" besteht aus einer Minderheitsregierung, konfrontiert mit einer hyperdemagogischen , klassisch populistischen Opposition.

Also vorsichtig mit Ihrem "Ungschaut gelogen" !

Don Quixote
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Was halten Sie von einem Regierunschef, der für

unzufriedenen Staatsbürger das Verlassen des Landes empfehlt? Denken Sie nicht auch, dass da was demokratiepolitisch verkehrt ist? Mit einer absoluten Mehrheit zu regieren bat viele Chancen zur Gestaltung, aber die Steuerlasten sind erdrückend, dementsprechend ist die Stimmung: Aggressivität, Gewaltbereitschaft, unfaire Geschäftsmethoden ... Es ist ein Umdenken von Nöten. Nun die Hauptfrage: Wer ist dazu fähig das einzuleiten? Wo ist die politische Kraft, die eine Erneuerung zustande bringt?
Die Unterdrückung durch den Türken, den Habsburger und durch den Sowjets konnte die Lebenskraft dieses Volkes nicht brechen, aber 20 Jahre Selbstbestimmung hat zerstörerische Kräfte von ungeahnten Ausmaß freigesetzt. Es ist Größe gefragt!

globetrottel
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Replik 2:

Forts 3) andererseits erwarten die Ungarn aber recht hohe Leistungen des Staates - und das kostet eben (mehr als unbedingt nötig, klar kann man da optimieren), was zu Riesendefiziten geführt hat, und irgendwann ist dann halt Zahltag (in diesem Fall seit Mitte 2006, als sich endlich ein Regierung traute, der Realität ins Auge zu sehen und mit der Geschenkepolitik aufzuhören). In dieser Situation verlangt Fidesz NOCH mehr Geschenke und weniger Steuern - wozu das wohl führen mag ?

4) Das Umdenken IST bereits eingeleitet, seit Mitte 2006, s.o.

5) Wo hier die zerstörerische Kraft, die Aggressivität, die Gewaltbereitschaft ist, ist diskutierenswert. Siehe u.a. Punkt 3 oben, letzter Satz.

Don Quixote
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2. von Sancho

auf die politischen Auseinandersetzungen bezogen, ich dagegen habe von der alltäglichen Gewalt, Aggressivität, Unzufriedenheit usw. gesprochen, womit man dem Anderen das Leben schwer macht. Es wird immer massiver und bitte kommen sie jetzt nicht mit der selektiven Wahrnehmung. Es ist die Regierung wer gestaltet, nicht die Opposition. Wenn es nicht geht aus welchem Grund auch immer, dann muss man eben sagen, so kann ich es nicht, Neuwahlen usw. Und hier hilft auch nicht bei anderen selektive Wahrnehmung zu diagnostizieren, weil sie argumentieren zugunsten bzw. gegen einer Partei und suchen nicht die Lösung.
Das wäre auch ein Stoff fürs Umdenken.

globetrottel
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Replik 1

1. Hier ist von Bajnai die Rede, nicht von Gy.

2. Überdies ist Ihre Darstellung einer alten Gy.-Aussage grob verkürzend, aus dem Zusammenhang gerissen, verfälschend , Ergebnis einer selektiven Wahrnehmung.

2. Absolute Mehrheit gibt es nicht mehr. Als es sie noch gab, hat Fidesz unter gröbstem Missbrauch des Mittels "Volksbefragung" jeglichen Gestaltungswillen gekillt.

3. Die Steuerlasten sind hoch (wenn auch nicht viel höher als früher, und auch kaum höher als in Ö) , aus zwei Gründen : Die Ungarn sind Weltmeister im Steuerbetrug, egal wie hoch die Steuerlast tatsächlich ist, sondern aus Prinzip. Daher zahlen viel zu wenige Leute überhaupt Steuern, d.h. viel zu wenige Leute müssen unser Gemeinwesen finanzieren.

Don Quixote
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Eiene Partei unbedingt als Lupenrein hinstellen zu wollen ist auch eine Art selektive Wahrnehmung.

Also das Fidesz war Schuld für die Sachen vor 2002 - wofür es auch abgewählt wurde - und auch nach 2002. Eh klar.
Wenn die Ungarn Weltmeister in Steuerhinterziehung sind, dann verlangt es erst richtig nach übersichtlichere und leistbare Steuern. Man kann natürlich als Lösung unendliche Befugnisse für die Steuerbehörde geben und mit Strafen die Leute zwingen aus Angst Steuern zu zahlen. Es führt aber zu einer Spaltung der Gesellschaft nach den alten Muster aus kommunistischen Zeiten: wir und die da oben und nicht zum Einsicht, das für das Funktionieren des Staates eben Steuern erforderlich sind. Das wäre ein Umdenken, was Politik und Politiker herbeiführen sollten.
Sie haben natürlich meine Zeilen über Aggressivität und Gewaltbereitschaft

globetrottel
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2

Der allgegenwärtige Steuerbetrug in Ungarn ist auch nicht durch die Steuerkomplexität bedingt, sondern durch grobe Moraldefizite der Ungarn. Norm ist nicht die Einhaltung der gesellschaftlichen Normen, sondern deren Nichtbeachtung und Umgehung. Und jetzt sagen Sie bitte nicht, dass auch daran die Sozis schuld seien, das ist lächerlich.
Dass der Staat "in Notwehr" die Bestimmungen darauf abstellt, den Steuerbetrug möglichst zu erschweren, ist verständlich - aber auch das ist keineswegs eine Erfindung der Sozis.

Aggression : Bitte stellen Sie sich einmal die Frage, welche Seite Agressivität und Aggression in Wort und Tat alltäglich (und damit quasi "legitim") gemacht hat, und welche einigermassen in Ruhe arbeiten will.

globetrottel
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Ich denke nicht daran, eine Partei "als lupenrein hinstellen zu wollen". Im Gegenteil, die haben alle ihre Blödsinne gemacht, sonder Zahl.

Ich wehre mich nur dagegen, selbst die Aktionen, die OK sind (wie etwa die Austerity-Politik seit Mitte 2006, die zu einer Stabilisierung des Finanzhaushaltes geführt hat , bis nahe an die Erfüllung der Maastricht-Kriterien), in blindem Hass zu verteufeln.

Und ja - das Steuersystem ist in vieler Hinsicht unverständlich und gehört reformiert und in seiner Struktur geändert. Die Steuereinnahmen zu senken, ohne dabei auch drastisch die Leistungen des Staates zu senken, geht aber einfach nicht.

Don Quixote
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Teil 2

Das Ungarn von den ehemaligen Ostblockstaaten am schlechtesten da steht steht außer Zweifel. Und da muss man fragen WARUM? Es ist eine Zeit, die sehr geeignet ist sich aus Not und Leid mit Feinbilder zu überhäufen: Opposition, Arbeitslose, die Faulen, die Chinesen, Zigeuner, Slowaken, Rumänen, Russen, Schwaben, Juden die Nachbarn. Es fehlt an Zusammenhalt und Solidarität.
Steuern: Nachvollziehbar und leistbar. Wenn mehrere Laute Steuern zahlen, wird es nicht weniger, also die Gestaltung muss in diese Richtung zeigen: den Steuerlast zu verteilen. Jetzt wer vom Finanzamt erreicht ist zahlt wie blöd, andere kommen ohne zu zahlen durch. Bezahlbare Steuern bezahlt man leichter als überhöhten.

globetrottel
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1) Ungarn steht von den ehemaligen Ostblockstaaten mitnichten am schlechtesten da. Möchte wissen, wo dieses Märchen herkommt. Vergleichen Sie einmal die tatsächlichen Zahlen - GDP/Kopf , Realeinkommensentwicklung , Handelsbilanz, Entwicklung d. industr. Produktion, PKW- , Handy-Dichte, durchschnittl. Ersparnisse / Kopf, Arbeitslosigkeit, seit vorigem Jahr auch Inflation und Budgetdefizit.

2) Genau. Die Steuerlast muss in Summe erhöht, aber auf mehr Leute verteilt werden. Wurde etwa bei Ordinationsgebühr und Studiengebühr versucht. Ergebnis bekannt. Durch wen wurde das doch gleich verursacht ?

Don Quixote
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Seiten und Aggressivität 1

ich glaube nicht, dass es die Seite der ruhig arbeitenden und die der Störenfriede gibt und dass die sogar zu Parteien zugeordnet werden können. Ich glaube viel mehr das auch die Ungarn, wie die meisten Völker, Ruhe und Sicherheit wollen, einen normalen Job, Zeit für Entspannen, für Familie und Freunde. Und gerade das ist jetzt nicht gegeben: enormer Druck erzeugt die Tatsche, dass es nicht möglich ist von einem durchschnittlichen Gehalt leben zu können. Die Leute sind gehetzt, weil das fehlende Geld muss aufgetrieben werden. Und es ist spürbar im Umgang miteinander. Wie das zu diesem Zustand gekommen ist weiß ich nicht, ich habe die Vorgänge nicht immer verfolgt, aber das die politische Gestaltung fehlerhaft ist, ist mal sicher.

globetrottel
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1. Wie Sie meinen. Die Anhörung der täglichen Statements zeigt m.E. sehr eindeutig und unmissverständlich, DASS die Aggressivität einer Seite zuordenbar ist, und auch sehr klar, welcher. Damit ist auch klar, WO "die politische Gestaltung (besonders) fehlerhaft" ist. Natürlich auch auf der Reg.-Seite, aber wohl weniger.

2. Das ungarische Durchschnittsgehalt bei Vollzeitarbeit liegt um die 210.000 HUF brutto / Monat. Davon kann man sehr wohl leben, wie auch jeder Blick auf die Strassen, die Einkaufszentren etc. deutlich zeigt , und zwar nicht nur in Budapest. Wirklich Arme gibt es leider auch viele - aber weniger als in den meisten anderen CEE-Staaten.

Don Quixote
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Durchschittslohn 210.000 brutto

ist 110.000 netto. ca. 450 Euro. Lebensmittel ist dort teurer, aber auf keinem Fall billiger als hier, ein Straßenbahnticket in Budapest kostet über 1 € pro Fahrt (ohne Umsteigen), Heizkosten, Miete oder Kreditrückzahlungen - ein Gehalt reicht nicht.
Und es ist Durchschnitt! Was ist darunter? Was ist mit Leute die von Mindestlohn leben müssen?
Und dieser Druck erzeugt die Aggressivität im Alltag. Ich rede nicht von randalierenden Demonstranten, sondern über Umgang mit anderen Menschen auf die Straßen, auf Öffis und in Geschäften.
Ja, ich glaube, dass die Politik dafür verantwortlich ist: Die schlechte Gestaltung, die falsche Signale, die soziale Kälte, der Mangel an Solidarität und das Fehlen eine politische Kultur. Stoff fürs Umdenken.

globetrottel
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2

Hauptsache aber : von 2002 bis 2008 sind die REALeinkommen um 13 % gestiegen. Wenn also, wie Sie annehmen, die böse sozialistische politische Gestaltung dazu geführt hat, dass JETZT aufgrund der Existenzsorgen allenthalben Aggressivität herrscht, dann frage ich mich, wie vor 7-8 Jahren, bei 13% WENIGER Wohlstand, die Situation ausgesehen haben muss ?
Weiters : Beim GDP pro Kopf nach realer Kaufkraft liegen die CEE-Staaten eng beisammen, welweit (von 220 Staaten) zwischen den Rängen 56 (CZ) und 70 (HR), nur SLO ist vorn (45.) und BG/ROM/SRB/BiH/UA hinten (85.-112.), Ungarn ist 65. Überall Aggression und Verhungern ? In den anderen 160 Staaten überhaupt Agonie ?

Zahlen : ksh.hu, World Bank

globetrottel
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Es beginnt damit, dass die 210 brutto ungefähr 130 netto sind, was natürlich auch nicht viel ist. Die Budapester Einkommen (also dort, wo auch die Kosten hoch sind) sind allerdings viel höher. Ein Einzelticket um 1 EUR kauft übrigens kaum jemand, fast alle haben Monatskarten um etwa 35 EUR. Die relativ hohen Mieten (die aber immer noch viel niedriger sind als bei uns) zahlen ebenfalls wenige - in den Städten konnten die Leute nach der Wende ihre Wohnungen zu sehr günstigen Preisen kaufen, am Land gibt es ohnehin kaum Mietwohnungen. Etcetera.

Don Quixote
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10.2.2009, 00:02
Teil 2

Man kann wahre oder für echt gehaltene Bedürfnisse befriedigen, aber es ist nicht mit Glück zu verwechseln.
"in den Städten konnten die Leute nach der Wende ihre Wohnungen zu sehr günstigen Preisen kaufen, am Land gibt es ohnehin kaum Mietwohnungen" OK
Und was ist mit Leute die nach der Wende was kaufen möchten? Glauben Sie etwa, das z.B. alle Studenten in Studentenheimen Wohnen und nicht in teuren Untermieten, die in der Stadt arbeiten pendeln oder brauchen eine Unterkunft etc. Bitte diese Sachen nicht ignorieren, die existieren auch. Und wenn jemand einen Tag in Budapest verbringt kauft keine Monatskarte. Wie ich schon am Anfang sagte, um etwas bewirken oder verbessern zu können muss man mit Kritik umgehen können. Nicht erklären, tun!

Don Quixote
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wir beide haben das gleiche Problem wie die Ungarn:

Sie verstehen meine Kritik als Angriff einer anderen Partei aus irgendwelchem parteipolitischen Kalkül. Lieber Globetrottel, es ist mir egal welche Partei in Ungarn regiert, ich sehe einfach Misstände, die ich auf fehlende oder fehlerhafte Regierungsarbeit zurückführen kann.
Armut - Aggressivität, Wohlstand - Glück sind nicht proportional. Die Zustände die ich wahrzunehmen glaube zeigen einen mentalen Zustand der nicht mit dem Bruttosozialprodukt beziffert sein kann. Das ist eher eine neue Größe, nennen wir es Frustfaktor oder Traumverlust-Koeffizient. Das heißt: egal wie erfolgreich eine Gesellschaft "das goldene Kalb melken kann", Glück oder Aussichtslosigkeit bleiben davon unbeeinflusst.

globetrottel
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10.2.2009, 00:37

Verstehe, Sie wollen also darauf hinaus, dass sich die Ungarn unglücklich fühlen. Mag sein.
Wie kommt in einer Situation, die objektiv gar nicht so schlecht ist (und besser als vor Jahren) , "gefühltes Unglück" zustande ? Sicher nicht mit einer rationalen Basis. Sondern mit einer irrationalen. Zum Beispiel daraus, dass permanent getrommelt wird, wie schlecht doch alles sei. Und wer trommelt das ?

Tut mir leid, aber wenn Sie das Übel in fehlerhafter Regierungsarbeit sehen wollen, muss mir schon auch erlaubt sein, einen erklecklichen Teil des Übels auch anderswo zu suchen - und wie man sieht, auch sehr leicht zu finden.

Die absurde Zweiteilung dieses Landes finden wir aber wohl beide zum Kotzen...

Mineralwasser
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Es gab ...

bis zum Frühjahr 2008 eine Mehrheitsregierung. Dass die Regierung zerbrochen ist, ist nicht die Verantwortung der Opposition.
Die Regierung hat von 2002 bis 2008 die notwendige Mehrheit im Parlament und somit die Möglichkeit gehabt, jede "Reform", jede Gesetzesinitiative durchzubringen. Das sind sechs lange Jahre.

Die Opposition kann nicht andauernd für die eigentliche Regierungsverwantwortung zur Rechenschaft gezogen werden.

globetrottel
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Doch, kann sie, zumindest teilweise.
Als, nach Jahren der Agonie (also sozialistischer Fortsetzung der vorherigen Fidesz-Agonie, um genau zu sein), die MSZP-Regierung (damals noch in Koalition) endlich die ärmel hochkrempelte, um etwas zu tun (und zwar gar nicht so schlechtes), hat Fidesz das auf der Strasse und mittels absurder Volksabstimmungen sofort gekillt.

Aber davon mal abgesehen : Hier hat Kenninet Moginet in blindem Hass Bajnai Dinge unterstellt, die nachweisbar nicht stimmen. That's all, mehr hab ich zu seinem Posting nicht zu sagen.

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