Vatikan: "Obama hat den schlimmsten Beschluss gefasst"

26. Jänner 2009, 13:58
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Kritik an Beschluss des US-Präsidenten zur Aufhebung des Stopps von öffentlichen Geldern

Rom - Der Vatikan kritisiert US-Präsident Barack Obama, der der restriktiven Politik seines Vorgängers George W. Bush beim Thema Abtreibung ein Ende gesetzt hat. Der Beschluss Obamas, eine Verordnung der Bush-Regierung aufzuheben, die Finanzhilfen für internationale Organisationen, die Schwangerschaftsabbrüche unterstützen oder durchführen, untersagte, löste empörte Reaktionen im Heiligen Stuhl aus. "Obama hat den schlimmsten Beschluss gefasst: Er wird nicht das Massaker an den Unschuldigen in der Welt stoppen", kommentierte der emeritierte Präsident der päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Elio Sgreccia, nach Angaben italienischer Medien vom Samstag.

"Nicht nur für uns Katholiken, sondern für alle Menschen, die sich gegen die Abtreibung einsetzen, ist dies ein schwerer Schlag. Dabei muss man in erster Linie das Recht auf Leben schützen und verteidigen", sagte Sgreccia. Er verwies auf nicht näher erläuterte Umfragen, wonach sich 80 Prozent der US-BürgerInnen gegen Abtreibung ausgesprochen haben.

"Ideologische Visionen"

Auch Bischof Rino Fisichella, Präsident des päpstlichen Rates für das Leben und Leiter der Lateran-Universität warf Obama Arroganz vor. "Er sollte auf die Forderungen des Landes hören, statt sich auf ideologische Visionen einzuschränken mit der Arroganz derjenigen, die über Leben und Tod entscheiden können", sagte Fisichella im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Samstag.

Abtreibung ist ein äußerst kontroverses Thema in den USA. Zwar sprach das Oberste Gericht 1973 jeder Frau das Recht auf Abtreibung zu. Später wurde dieses Recht vor allem auf Ebene der einzelnen US-Staaten eingeschränkt und der Zugang zur Abtreibung faktisch erschwert. (APA)

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