ING streicht 7.000 Stellen

26. Jänner 2009, 16:30
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Ausgaben sollen 2009 um eine Milliarde Euro verringert werden

Den Haag/Frankfurt  - Im Kampf gegen die Finanzkrise will der niederländische Banken- und Versicherungskonzern ING durch einen massiven Stellenabbau Kosten in Milliardenhöhe sparen. Die ING wolle 2009 weltweit 7.000 Arbeitsplätze streichen und ihre Ausgaben um eine Milliarde Euro verringern, teilte das Unternehmen am Montag in Den Haag mit.

Die ING-Gruppe wolle "Risiken und Kosten verringern" und sich künftig stärker auf das Kerngeschäft mit Sparern und Anlegern konzentrieren, teilte der Konzern mit. Die angestrebten Einsparungen von einer Milliarde Euro würden zu rund einem Drittel durch den Abbau von 7.000 Arbeitsplätzen erzielt. Der Konzern beschäftigt weltweit 130.000 Mitarbeiter. Im Oktober hatte die ING im Zuge der Finanzkrise eine staatliche Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro erhalten. Die Mitarbeiter der deutschen Tochter ING-Diba müssten nicht um ihren Arbeitsplatz bangen, teilte das Unternehmen in Frankfurt am Main mit.

Die ING-Diba erwirtschaftete 2008 den Angaben zufolge einen Gewinn von 412 Mio. Euro vor Steuern - um 8,8 Prozent weniger als 2007 (469 Mio. Euro) - und musste keinerlei Abschreibungen in ihren Aktiendepots verzeichnen. Das Unternehmen hat insgesamt 6,2 Millionen Kunden in Deutschland. Bei der Direktbank können Sparer und Anleger ihre Geschäfte lediglich über das Internet oder per Telefon abwickeln. ING-DiBa weist für Österreich keine eigenen Zahlen mehr aus, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der APA. Dies sei "vor einigen Monaten entschieden worden".

Milliarden-Verlust

Die Mutter ING hingegen muss wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten für das Jahr 2008 voraussichtlich einen Verlust von einer Milliarde Euro verbuchen, wie der Konzern in Den Haag mitteilte. Die letzten drei Monate des vergangenen Jahres seien "das schlechteste Quartal für die Finanzmärkte" in den letzten 50 Jahren gewesen. Zwischen Oktober und Dezember habe der Konzern Abschreibungen von 2 Mrd. Euro machen müssen. Ursache hierfür sei insbesondere der anhaltende Preisverfall bei US-Hypothekenkrediten, die der Konzern in seinen Aktienbeständen hält.

Als Folge der "außerordentlichen Entwicklungen der vergangenen Monate" und aus persönlichen Gründen kündigte ING-Chef Michel Tilmant seinen Rücktritt an. Sein Nachfolger werde der bisherige Chef des ING-Aufsichtsrates Jan Hommen. (APA/AFP)

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