Massive Vorwürfe von Grundwehrdienern

26. Jänner 2009, 13:08
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Vorgesetzte hätten ihnen Hilfeleistung untersagt - Nebel-Granaten möglicherweise mitschuld an Unfall

Wien - Nach einer tödlichen Karambolage auf der Donauuferautobahn (A22) in Korneuburg am Donnerstagabend ist nicht auszuschließen, dass Nebelhandgranaten des Bundesheeres Mitursache für die Kollision waren. Eine Untersuchungskommission ist mit Befragungen beschäftigt, erklärte Oberst Karl Kihszl vom Militärkommando NÖ am Montag. Untersucht werden sollen auch Aussagen von Grundwehrdienern, wonach Heeres-Sanitäter und -Ärzte den Unfallopfern nicht hätten helfen dürfen. Ein Vorgesetzter hätte dies verboten. Kihszl sprach von "ernstzunehmenden Vorwürfen". Es werde nun geprüft, "ob das stimmt oder es sich um Gerüchte handelt".

Am Montag wurden rund 70 Personen befragt, die an der Nachtlehrvorführung am Donnerstagabend teilgenommen hatten. Das Gelände, auf dem den Rekruten die Wirkung von Signalmitteln und Nebelhandgranaten erläutert wurde, befindet sich 260 Meter von der Unfallstelle auf der A22 entfernt. Untersucht wird nun unter anderem, ob die Sicherheitsbestimmungen eingehalten wurden. Es deutet zwar alles darauf hin, sollte dies aber nicht der Fall gewesen sein, "hat das Konsequenzen", so Kihszl. Er betonte, dass das Bundesheer eng mit der Behörde zusammenarbeitet. Man sei sehr an einer Klärung der Ursache interessiert.

Die Übung war laut Medienberichten nicht abgebrochen worden, obwohl die Vorgesetzten den Unfall gesehen hatten. Stattdessen sei die Zündung weiterer Nebelgranaten angeordnet worden. Laut Medienberichten sollen Grundwehrdiener in der Kaserne zusäztlich eingeschüchtert worden.

Die Einvernahme aller an der Nachtlehrübung beteiligten Personen war am Montag im Gange. Ergebnisse lagen noch nicht vor, so Kihszl, der erläuterte: "Es besteht die Möglichkeit, dass Nebelhandgranaten den Unfall mitbewirkt haben."

Die Karambolage am Donnerstagabend hatte ein Todesopfer und sieben Verletzte gefordert. Sieben Pkw waren in den Unfall verwickelt, drei standen in Flammen, in einem Fahrzeug wurde eine Frau eingeklemmt und verbrannte. In der Folge ermittelte die Exekutive, dass "vermutlich durch die Zündung pyrotechnischer Gegenstände" starker Rauch aufgetreten war. (APA/red)

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