Stallgeruch

25. Jänner 2009, 18:21
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Zwei Kandidaten stehen sich für das ÖFB-Präsidentenamt gegenüber

Unter dem Giebelkreuz, der weltlichen Spielform des Kreuzes, predigen sie Österreichs Glück. Manchmal freilich weiß die linke Hand beim Bekreuzigen nicht, was die rechte tut. Daher stehen einander dieser Tage zwei Kandidaten für das Präsidentenamt beim österreichischen Fußballbund gegenüber. Leo Windtner trägt die Hoffnungen des Westens (Raiffeisen Oberösterreich), Günter Kaltenbrunner die Flagge des Ostens (Raiffeisen Wien-Niederösterreich).

Wie's ausschaut, ist keiner von beiden Favorit. Im Gegenteil, keiner kann gewinnen, weil weder Ludwig Scharinger (Raiffeisen Oberösterreich) noch Christian Konrad (Raiffeisen Wien-Niederösterreich) verlieren kann.

Also werden sie aller Voraussicht nach einen Dritten suchen müssen, um die Pattstellung aufzulösen. Keiner aus der Schar der Seltsamen und Unwilligen, die bereits genannt wurden (ein Auszug): Hannes Androsch, Franz Vranitzky, Theo Kubat, Elmar Oberhauser, Herbert Prohaska, Niki Lauda (weil der immer überall dabei ist), Beppo Mauhart, Hans Krankl, Heinz Palme.
Der Kompromisskandidat sollte den Stallgeruch der Giebelkreuzler mitbringen und doch nicht mit ihnen identisch sein. Ein Ehrenmann eines verwandten oder assoziierten Unternehmens wie die Casinos Austria, in deren Korridoren auch Friedrich Stickler heranwuchs.
So idyllisch wird es freilich nie wieder, wie es einmal war. ÖFB-Präsident und Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler arbeitete mit einem ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig zusammen, der in den Lotterien als Aufsichtsrat diente. (Johann Skocek, DER STANDARD, Printausgabe, Montag 26. Jänner 2009)

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