KDE4 vertreibt Linux-Gründer zu GNOME

25. Jänner 2009, 15:17
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Spricht in aktuellem Interview über das "gelungene Marketing" von ZFS und die Schwierigkeiten eine neue Distribution aufzubauen

Als Linux-"Erfinder" kommt Linus Torvalds Wort immer eine spezielle Bedeutung in der Community zu Gute. Und dabei handelt es sich nicht immer um besonders freundliche Worte, so ist der Kernel Maintainer dafür berüchtigt, seine Ansichten gerne mal mit recht unzweideutigen Formulierung zu untermalen.

Vorwurf

So hatte etwa Torvalds vor einigen Jahren die EntwicklerInnen des GNOME-Desktops als "Interface-Nazis" beschimpft, die die UserInnen offenbar für "Idioten" halten und ihnen zentrale Funktionalität vorenthalten würden. In einem aktuellen Interview mit Computerworld offenbart der Kernel-Entwickler entsprechend durchaus Überraschendes, so verwende er derzeit selbst einen GNOME-Desktop.

Desaster

Ausschlaggebend für diesen Schritt sei der grundlegende Umbau in Form von KDE 4.0 gewesen: "KDE 4.0 war ein derartiges Desaster, dass ich zu GNOME gewechselt bin", so Torvalds. Dabei seien ihm die Gründe für den großen Bruch durchaus bewusst, er sei nur der Meinung, dass dieser wirklich schlecht durchgeführt worden sei. Es mag schon sein, dass dieser Schritt langfristig der richtige war, und er wird auch sicher irgendwann KDE wieder einmal ausprobieren, aber die Version 4.0 habe wohl nicht nur ihn vertrieben.

Dateisysteme

In dem Interview äußert sich Torvalds freilich noch zu einer ganzen Reihe anderer Themen. So sieht er beim viel gepriesenen ZFS-Dateisystem gelungenes Marketing von Seiten Suns als die herausragendste Eigenschaft. Abgesehen davon habe man nun mit Btrfs ein eigenes Dateisystem in Entwicklung, das ähnliche Funktionalität aufweist.

Außergewöhnlich

Den Erfolg von Ubuntu hält er für eine außergewöhnliche Erscheinung in der Linux-Welt, denn schließlich sei es es ein "riesiger Job" eine Distribution zu starten. Der Grund dafür, dass es trotzdem so viele davon gibt, ist, dass es wirklich einfach sei eine eigene Distro zu starten. Die langfristige Wartung und die rasche Integration von neuem Code seien hingegen enorm aufwändig, insofern verwundere es auch nicht, dass es außer Ubuntu kein Neuling in die Riege der "großen" Distributionen geschafft hat. (red)

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