Keine Prämie für Banker nach Staatshilfe

26. Jänner 2009, 09:08
21 Postings

"profil": Keine Prämie im Jahr Eins nach der Staatshilfe - Rücktritte in Island

Wien - Die Republik knüpft die Gewährung von Staatshilfen zugunsten des Kreditsektors nun doch an weitere Bedingungen: Bankmanager, die Gelder beanspruchen, müssen im ersten Jahr auf jegliche Erfolgsprämien aus ihren Vorstandsverträgen verzichten, berichtet profil. Danach dürfen Boni ausbezahlt werden, wenn die Bank schwarze Zahlen schreibt und ihren Verpflichtungen nachkommt. Sollten sich die Banken nicht daran halten, drohen Geldstrafen.

Teilweise wollen die Banken freiwillig auf die Prämien verzichten: Bisher hatte beispielsweise die Erste Bank einen entsprechenden Verzicht auf eine Prämie 2008 angekündigt. Die Volksbanken schütten für 2008 ebenfalls keine Prämie aus. Auch die Vorstände der Hypo Alpe Adria, die noch im Vorjahr 900 Mio. Euro vom Staat bekam, haben auf Boni verzichtet.

In Frankreich haben die Bankenchefs als Vorbedingung für die Staatshilfe geschlossen auf ihre Bonuszahlungen verzichten müssen.

Empörung in Slowenien

Just in diese Phase des kollektiven Gürtelengerschnallens sorgte in Slowenien die Nachricht, dass der scheidende Chef der staatlichen Großbank Nova Ljubljanska banka, Marjan Kramar, eine Rekordprämie in Höhe von einer Million Euro erhalten soll, für Empörung. Er soll das Geld bei seinem Ausscheiden am 31. Jänner für die erfolgreichen Jahre 2006 und 2007 erhalten. Laut Wirtschaftsminister Matej Lahovnik sollen Direktoren künftig höchstens 20-mal so viel wie ihre Mitarbeiter verdienen.

In Island ist nach tagelangen Protesten wegen der Finanzkrise Wirtschaftsminister Björgvin Sigurdsson zurückgetreten. Auch die Spitze der staatlichen Bankenaufsicht erklärte ihren Rücktritt, den zuvor die Demonstranten forderten. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 26.1.2009)

Share if you care.