Unmut über Berlusconi-Äußerungen über das Lager

24. Jänner 2009, 17:40
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UNHCR widerspricht Beschreibung der Lage von Flüchtlingen: Asylsuchenden dürfen das Lager nicht einfach verlassen

Rome - Mit Äußerungen über das Flüchtlingslager auf der Mittelmeerinsel Lampedusa hat Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi Unmut und Verwunderung ausgelöst. Die Insassen des Lagers seien am Samstag auf die Straße gegangen, wie sie es immer machten, sagte Berlusconi als Reaktion auf einen Ausbruch von 700 Flüchtlingen aus dem Lager. "Das ist kein Konzentrationslager", sagte Berlusconi. Es stehe den illegalen Einwanderern in dem Lager frei, jederzeit "ein Bier trinken zu gehen".

Eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats widersprach der Darstellung und betonte, die Asylsuchenden dürften das Lager nicht einfach verlassen. Falls diese Regelung seit Freitag geändert worden sei, sei das UNHCR darüber zumindest nicht informiert worden. Ein Sprecher von Ärzte ohne Grenzen betonte, das Auffanglager sei bewacht und niemand könne es auf eigene Faust verlassen. Dies könnten alle Organisationen bestätigen, die dort arbeiteten. (APA/AFP)

 

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