Nichts zu machen für Melzer

24. Jänner 2009, 16:34
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Titelfavorit Andrew Murray war dem Österreicher mehrere Nummern zu groß, der Schotte siegte in Runde drei 7:5,6:0,6:3

Melbourne - Der Schotte Andrew Murray hat Jürgen Melzer auch im vierten Duell als Verlierer vom Platz geschickt. Der Niederösterreicher hatte am Samstag in der dritten Runde der Australian Open gegen den Weltranglisten-Vierten nichts zu bestellen und unterlag nach 1:40 Stunden glatt 5:7,0:6,3:6. Damit blieb dem 27-jährigen Deutsch Wagramer ein Grand-Slam-Achtelfinale auch im neunten Versuch verwehrt. Murray hat im Jahr 2009 weiter eine makellose Bilanz und untermauerte seine Mitfavoritenstellung auf den Turniersieg ein weiteres Mal.

Rafael Nadal lag gegen den Deutschen Tommy Haas 0:2 zurück, siegte aber dann souverän 6:4, 6:2, 6:2. Nach dem Erfolg gegen den nach zwei Schulteroperationen um den Anschluss kämpfenden Ex-Weltranglisten-Zweiten trifft der Weltranglisten-Erste im Achtelfinale auf Fernando Gonzalez (CHI-13). Vorjahresfinalist Jo-Wilfried Tsonga (FRA) warf den Israeli Dudi Sela mit 6:4, 6:2, 1:6, 6:1 aus dem Rennen, sein nächster Gegner ist der US-Amerikaner James Blake (Sieg gegen Igor Andrejew).

"Völlig verdient gewonnen"

"Ich hätte irgendwie den ersten Satz gewinnen müssen", analysierte Melzer. "Er hat da zwar sehr gut serviert, wenn er musste, war aber ansonsten sehr passiv. Allerdings hat er ab dem zweiten Satz gezeigt, wozu er fähig ist und völlig verdient gewonnen." Nach dem 5:5 im ausgeglichenen ersten Satz zeigte der 21-jährige Murray fast perfektes Tennis und gewann bis zur 5:1-Führung im dritten Satz 13 von 14 Games. Im dritten Satz kam Melzer mit sehenswerten Punkten noch einmal etwas näher, hatte aber schlussendlich neuerlich klar das Nachsehen.

An der Taktik lag es nicht: Melzer versuchte, viel Druck auszuüben und Murray immer wieder in Bedrängnis zu bringen, vor allem auch bei dessen zweitem Aufschlag. Dies gelang ihm insgesamt nicht oft genug oft. "Man muss gegen ihn die Punkte schon perfekt vorbereiten, er ist in der Defensive enorm stark und zudem sind auch einige Bälle irgendwie noch reingekommen." Nach der 100 Minuten dauernden Partie standen bei Murray gerade einmal zehn Fehler zu Buche.

Im vierten Duell mit dem Weltranglisten-Vierten aus Dunblane blieb Melzer erstmals ohne Satzgewinn. Allerdings waren auch die Bedingungen deutlich langsamer als zum Beispiel noch in New York, wo Melzer den Schotten über fünf Sätze gefordert hatt. "Er hat seitdem natürlich auch große Fortschritte erzielt", lobte Melzer.

"Ich war sehr konzentriert. Er kann unglaubliche Bälle spielen und es einem dadurch sehr schwer machen", sagte Murray. "Nachdem ich die Oberhand gewonnen hatte, war ich vor allem im zweiten und zu Beginn des dritten Satzes sehr fokussiert. Ich habe viel besser returniert als zuletzt." Der im Jahr 2009 weiter unbesiegte Schotte trifft im Achtelfinale auf dem Spanier Fernando Verdasco, der Radek Stepanek (CZE) in drei Sätzen besiegte. "Ich habe wirklich stark gespielt und hoffe, das geht nächste Woche so weiter", meinte Murray.

Die Turnierbilanz des Melzers fiel durchwachsen aus: Einerseits war da die Zufriedenheit über zwei solide Leistungen bei schwierigen Bedingungen, andererseits auch das Wissen, das wohl noch mehr möglich gewesen wäre, wenn der Gegner nicht Murray geheißen hätte. "In den ersten beiden Partien war ich vor allem mental stark, obwohl ich nicht mein bestes Tennis gezeigt habe. Heute war er einfach zu stark", gestand Melzer, der den Schotten für den weiteren Turnierverlauf zum engsten Favoritenkreis zählt. "Für mich sind Roger Federer, Rafael Nadal und Andy die Titelkandidaten."

Der Niederösterreicher, der an der Seite seiner slowakischen Freundin Dominika Cibulkova noch im Mixed-Einsatz steht, wird den weiteren Turnierverlauf aus etwas mehr Distanz verfolgen. Für ihn steht vor dem Davis Cup gegen Deutschland noch ein straffes Programm mit Einsätzen in Zagreb, Rotterdam, Marseille und Dubai an. (APA)

 

 

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    Tadellose Haltungsnoten für Murray...

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