Brückner bäckt keinen Guglhupf

24. Jänner 2009, 13:02
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Teamchef will WM-Qualifikation noch nicht aufgeben, ein Instant-Rezept zur Erstarkung seiner Mannschaft hat er aber nicht - Herzog beklagte Legionärs-Misere

Maria Enzersdorf -  Karel Brückner hat den Glauben an eine Teilnahme der österreichischen Fußball-Nationalteams an der WM 2010 in Südafrika noch immer nicht verloren. "Die Qualifikation ist noch nicht vorbei. Es ist unsere Pflicht, hart weiterzuarbeiten. Es gibt noch Hoffnung", behauptete der Tscheche am Freitagabend im Rahmen eines ÖFB-Trainerseminars in Maria Enzersdorf.

Dort stellte sich der 69-Jährige gemeinsam mit seinem Assistenten Andreas Herzog den Fragen von rund 400 Betreuern, die vor allem wissen wollten, wie man die Mannschaft rasch auf Vordermann bringen könne. Brückner: "Erwarten Sie von mir kein Wunderrezept. Das ist nicht so, als ob man einen Guglhupf macht", sagte der Coach. Es fehlen vor allem "die absoluten Top-Spieler. Zu meiner Zeit in Tschechien waren alle Teamspieler im Ausland, und alle haben zu den Besten ihrer Vereine gezählt".

Geht es nach Herzog, dann ist die aktuelle Legionärsmisere zu einem guten Teil für die triste Ausgangslage in der WM-Qualifikation (Rang vier mit vier Punkten aus vier Spielen) mitverantwortlich. "In den vergangenen drei, vier Spielen ist uns auf den Kopf gefallen, dass viele unserer Leute im Ausland nur wenig zum Einsatz gekommen sind."

Er räumte auch eine Fehleinschätzung bei der Kaderzusammenstellung für die EURO 2008 ein. "Es war die falsche Lösung, keinen zusätzlichen Stürmer, sondern Innenverteidiger mitzunehmen." Man habe diese Entscheidung getroffen, weil schon im Vorfeld klar war, dass man gegen Kroatien und Deutschland mit einer Dreierkette agieren würde. Dadurch sei das Risiko groß gewesen, mehrere zentrale Abwehrspieler durch Verletzungen oder Sperren zu verlieren.

Aufmarsch der Experten

Die Europameisterschaft war beim Trainerseminar auch das zentrale Thema des Vortrages des Technischen ÖFB-Direktors Willi Ruttensteiner. Am Sonntag erzählt der türkische Teamchef Fatih Terim in Maria Enzersdorf über seine EM-Erkenntnisse.

Bereits am Samstag sprachen Thomas Janeschitz (Leiter der ÖFB-Traineraus- und -fortbildung), Roger Spry (Conditioning Coach) und Piet Hamberg (Technischer Direktor der Fußball-Akademie von Liverpool) über "Überlegungen zur Traineraus- und -fortbildung", "Effizientes Fußballtraining" und "Individualtraining im Profifußball". Zu den Zuhörern zählten unter anderem Dietmar Constantini, Frenkie Schinkels, Stanislaw Tschertschessow, Klaus Lindenberger, Heinz Peischl, Peter Schöttel, Peter Stöger, Petar Segrt, Lars Söndergaard, Alfred Tatar, Dietmar Kühbauer und Franz Wohlfahrt. (APA/red)

 

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