Lieber Staunen als Leiden

24. Jänner 2009, 08:47
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Eine französische Filmemacherin Frédérique Devaux hat ihn um einen Besuch in seinem Arbeitsraum gebeten

Egal, wo man sich mit Siegfried A. Fruhauf (32) trifft. Atelier hat er keines, braucht er auch keines: Er arbeitet am Computer und das kann er überall machen. Das einzige, was er dringend benötigt, ist ein zentral gelegenes Lager für seine Installationen Heiligenberg (bei Grieskirchen) Eine französische Filmemacherin Frédérique Devaux hat ihn um einen Besuch in seinem Arbeitsraum gebeten. Film von seinem Atelier in Heiligenberg, Super 8 Kamera eine Untentwickelter Film wurde an die Filmemacherin geschickt - dabei hat er sich selbst aufgenommen

Eine französische Filmemacherin Frédérique Devaux hat ihn um einen Besuch in seinem Arbeitsraum gebeten. Film von seinem Atelier in Heiligenberg, Super 8 Kamera eine Untentwickelter Film wurde an die Filmemacherin geschickt - dabei hat er sich selbst aufgenommen. Eine französische Filmemacherin Frédérique Devaux hat ihn um einen Besuch in seinem Arbeitsraum gebeten. Film von seinem Atelier in Heiligenberg, Super 8 Kamera eine Untentwickelter Film wurde an die Filmemacherin geschickt - dabei hat er sich selbst aufgenommen. Eine französische Filmemacherin Frédérique Devaux hat ihn um einen Besuch in seinem Arbeitsraum gebeten. Film von seinem Atelier in Heiligenberg, Super 8 Kamera eine Untentwickelter Film wurde an die Filmemacherin geschickt - dabei hat er sich selbst aufgenommen.

Eine französische Filmemacherin Frédérique Devaux hat ihn um einen Besuch in seinem Arbeitsraum gebeten. Film von seinem Atelier in Heiligenberg, Super 8 Kamera eine Untentwickelter Film wurde an die Filmemacherin geschickt - dabei hat er sich selbst aufgenommen. Eine französische Filmemacherin Frédérique Devaux hat ihn um einen Besuch in seinem Arbeitsraum gebeten. Film von seinem Atelier in Heiligenberg, Super 8 Kamera eine Untentwickelter Film wurde an die Filmemacherin geschickt - dabei hat er sich selbst aufgenommen.

derStandard.at: Was bedeutet das "A" in deinem Namen?

Siegfried A. Fruhauf: Alexander

derStandard.at: Warum lebst du in Linz?

Fruhauf: Zum einen habe ich in Linz studiert, zum anderen, wie soll ich sagen, ist man hier auch etwas freier. Man hat den Freiraum, hier auch naiv sein zu können und ich bin gerne etwas naiv (lacht). Außerdem ist Heiligenberg (Anm.: bei Grieskirchen) in der Nähe, dort habe ich noch einen weiteren Arbeitsraum und ich brauch den Switch von der Stadt auf das Land und wieder zurück. Es ist besser an mehreren Orten zu arbeiten.

derStandard.at: Wie würdest du deine künstlerische Tätigkeit zwischen bildender Kunst und Experimentalfilm beschreiben?

Fruhauf: Ich bin Filmemacher und bildender Künster, Videokunst gehört für mich zur bildenden Kunst. Im Experimentalfilm befindet man sich immer zwischen den Stühlen.

derStandard.at: Du bearbeitest die Medien Film/Video solange bis sie nur noch als Essenz vorhanden sind, um sie im Anschluss wieder in eine narrative Form zu bringen. Gibt es nicht einfachere Wege, um Geschichten zu erzählen?

Fruhauf: Dialogisches und Erzählerisches sind mir zu aufgesetzt. Ich habe nicht das Bedürfnis, die Welt oder das Leben zu erklären, sondern bin auf der Suche, nach dem was dahinter steckt. Das Leben, so heißt es, erfährt man durch Leiden und Staunen: Man kann zwar viel Leiden, aber Staunen ist die angenehmere Variante, um zu leben.

derStandard.at: Eine deiner bevorzugten Arbeitsmethoden ist die Reduktion: Was erhoffst du dir im Mikrokosmos des Materials zu entdecken?

Fruhauf: Ich hoffe, dass sich wieder ein ganzes Universum aufgeht. Es ist zwar viel eingepackt in diese großen Erzählungen, aber es ist alles vordefiniert und erklärt. Mein Vergnügen liegt genau in diesen Welten, die sich dahinter auftun. Meine Arbeitsmaterial besteht in erster Linie aus Licht und Zeit, beiden weisen dehr flüchtige Qualitäten auf. Licht ist beispielsweise auch in der Wissenschaft ein ungeklärtestes Phänomen. Man kommt immer wieder drauf, wie ungefähr diese Welte ist - Das ist auch die Essenz des strukturellen Films, der die ORdnun der Dinge in Frage stellt. Außerdem sind bewegte Bilder so darart flüchtig, dass ich das Haptische brauche, um sie "be-greifen" zu können.

derStandard.at: Sind deine Film- und Videoarbeiten eine Art Zwischenschritt und die Installation in den Ausstellungsräumen der bildenden Kunst die Weiterentwicklung bzw. die Übersetzung des Mediums Film?

Fruhauf: Als Übersetzung würde ich es nicht bezeichnen. Am Screen hast du dieses einmalige Ereignis, das durchkomponiert und ausformuliert ist. Im Kino werden die Dinge auf den Punkt gebracht. Meine Installationen im Ausstellungsraum haben etwas Lecture-artiges, das als eine Art visueller Forschungsraum oder als assoziatives Archiv meines eigenen Arbeitsprozesses beschrieben werden kann.

Ich arbeite viel aus dem Bauch, Kunst muss affektiv ergreifen, damit sie den Betrachter erwischt. Wenn jemand einen Einstieg über die visuelle Ebene schaffst dann ist auch das Konzept leichter zu verstehen. Im Kino hat man es relativ leicht, weil das Präsentationsformat vorgegeben ist - Die Inszenierung des Bildes im Ausstellungsrau hat, ist eine eigene WIssenschaft.

derStandard.at: Gibt es Vorbilder?

Fruhauf: Es gibt keine wirklichen Vorbilder, Inspirationsquellen dafür sehr viele, in der österreichischen Filmavantgarde beispielsweise. Ich lese sehr gerne Lyrik, vielleicht auch weil es heißt der Spielfilm sei die Prosa und der Kurzfilm bzw. der Experimentalfilm das Gedicht. Zuletzt gelesen habe ich beispielsweise von Steiner Warum denken traurig macht. Das mischt sich aber auch mit Büchern über das Vokabular der Psychoanalyse oder Bücher von Anton Zeilinger. Meine Lehrer waren Peter Tscherkassky und Martin Arnold, ich mag die Filme der Monthy Pythons.

derStandard.at: Dein Name wird häufig im Zusammenhang mit KünstlerInnen wie Kurt Kren, Peter Kubelka oder Valie Export genannt. Was unterscheidet dich von der österreichischen Film-Avantgarde?

Fruhauf: Ich gehe sicherlich nicht so dogmatische mit dem Thema Film um. Eine Ausweitung des bewegten Bildes ist heute als Thema nicht mehr so vordergründig. Medienfassaden, Handydisplays, YouTube... das bewegte Bild hat sich im Alltag ja bereits durchgesetz. Im Unterschied zu den frühen Experimenten mit den Medien Film und Video, versuche ich nicht das Bewegtbild in den öffentlichen Raum zu tragen, sondern bin bereits mit einem Expanded Cinema groß geworden.

derStandard.at: Warum ist keine deiner Arbeiten auf YouTube zu finden?

Fruhauf: Wenn ich mich mit dem Medium auseinandersetze, dann will ich auch Antworten auf die Fragen, die ich ihm stelle: Deshlab reizt mich Youtube im Moment auch nicht, um meine Arbeiten präsenter oder bekannter zu machen. Aber wenn, dann möchte ich - beispielsweise wie Michel Gondry - mit dem Medium arbeiten. Man spricht im digitalen von immer mehr Qualität und höheren Pixel. Auf YouTube hast du aber nur noch 15 statt 25 Bilder pro Sekunde, das ist retro: Stummfile sind damals auch mit 16 Bildern gelaufen. Das wäre ein Ansatzpunkt.

 

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