Kirsten Gillibrand folgt Clinton in den Senat

23. Jänner 2009, 22:30
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Entscheidung nach dem Rückzug von Caroline Kennedy

Albany - Das Tauziehen um die Nachfolge der neuen US-Außenministerin Hillary Clinton im Senat ist beendet. Der für die Ernennung zuständige New Yorker Gouverneur David Paterson entschied sich für die demokratische Parlamentsabgeordnete Kirsten Gillibrand, wie am Freitag offiziell bekanntgegeben wurde. Am Donnerstag hatte Caroline Kennedy überraschend auf ihre Bewerbung für das Amt verzichtet.

Kennedy hätte gute Chancen auf den Posten der New Yorker Senatorin gehabt. Neben Gillibrand gehörte auch der Generalstaatsanwalt des Staates New York, Andrew Cuomo, zu den aussichtsreichen Bewerbern. Gillibrand wurde jedoch schon wenige Stunden nach dem Verzicht Kennedys als Favoritin gehandelt.

Chance

"Ich schätze diese Chance, die mir hier geboten wird, und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird", sagte die 42-jährige Juristin nach ihrer offiziellen Ernennung. Sie sei sich darüber im Klaren, dass viele New Yorker noch nicht einmal ihren Namen wüssten. Aber das werde sich nun sicherlich ändern.

Gillibrand hatte sich bei der Zwischenwahl zum Repräsentantenhaus 2006 gegen einen langjährigen republikanischen Abgeordneten durchgesetzt und ihr Mandat im vergangenen November mit großem Abstand verteidigt. Unter der Regierung von Bill Clinton arbeitete sie im Ministerium für Wohnung und Städtebau. Im Kongress stimmte sie im vergangenen Jahr gegen das 700-Milliarden-Dollar-Paket (547 Mrd Euro) der Regierung zur Rettung der angeschlagenen Finanzinstitute.

Der New Yorker Parlamentsabgeordnete Anthony Weiner lobte Gillibrand als kluge und fleißige Politikerin. Sie sei zwar in den ländlichen Gegenden des Staates New York zu Hause und habe dort ihre politische Basis. Doch wisse sie auch genau, wie wichtig die Stadt New York für die Wirtschaft dieses Staates sei.

Kennedy erklärte am Donnerstag, sie habe ihren Namen aus persönlichen Gründen von der Bewerberliste für den Senat zurückgezogen. Clintons Mandat hatte einst ihr Onkel Robert Kennedy inne, der wie ihr Vater, der frühere US-Präsident John F. Kennedy, ermordet wurde. Carolines Bewerbung wurde in demokratischen Parteikreisen vielfach mit Begeisterung aufgenommen. Skeptiker kritisierten allerdings, ihr fehle es an politischer Erfahrung, und sie benutze letztlich nur ihren berühmten Familiennamen, um ein öffentliches Amt zu erringen. (APA/AP)

 

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