Lieber Halle statt "Spaß"

23. Jänner 2009, 19:57
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Paracelsusbad-Abriss wird Wahlkampfthema

Salzburg - Es ist der Dauerbrenner der Salzburger Stadtpolitik: Seit 1988 diskutiert man über den Bau eines modernen Erlebnisbads, ein Projekt, das unter dem Namen "Spaßbad" läuft. Sollte die 51-Millionen-Euro-Anlage an der Autobahn im Stadtteil Liefering tatsächlich gebaut werden, bedeutete das das Aus für das Paracelsusbad im Stadtzentrum. Wenige Wochen vor der Gemeinderatswahl am 1. März regt sich dagegen Widerstand.

"Schwimmen darf kein Luxus werden", kritisiert etwa Salzburgs KPÖ-Chef Josef Enzendorfer die Pläne, die Ende 2007 von allen Gemeinderatsfraktionen abgesegnet worden sind. Mit den günstigen Eintrittspreisen (Erwachsene zahlen vier Euro) werde es in Liefering wohl bald vorbei sein. Eintrittspreise von bis zu 28 Euro werden für das "Spaßbad" diskutiert.

Auch Architekturhistoriker Norbert Mayr setzt sich für den Erhalt des Paracelsusbads ein. Für ihn ist das Bad ein "bemerkenswertes Dokument der Baukultur der 50er-Jahre". Liefering könne eine sinnvolle Ergänzung sein, es müsse aber auch in der Kernstadt ein Hallenbad geben. Ins selbe Horn stößt Peter Haibach von der Salzburger Verkehrsplattform.

Geht es nach den Plänen des Gemeinderats, soll das Paracelsusbad nach dem Bau des Spaßbads abgerissen und das Grundstück verkauft werden. Für die Toplage neben dem Mirabellgarten sollen sich mehrere internationale Hotelketten interessieren. Die Stadt hofft auf einen Verkaufserlös von sechs Millionen Euro - die für den Bau des Spaßbads bereits verplant sind. (pehe/DER STANDARD-Printausgabe, 24.1.2009)

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