Statt "Bad Bank" wird Sonderfonds überlegt

23. Jänner 2009, 19:56
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Auslagerung für faule Papiere - USA: Merrill-Chef geht

Berlin / New York - Die deutsche Regierung erwägt Änderungen am staatlichen Rettungsschirm für Banken, um deren permanenten Abschreibungsbedarf in Milliardenhöhe zu stoppen. Statt der Übernahme wertloser Papiere in eine einzige "schlechte Bank" (Bad Bank) des Staates wird laut der Süddeutschen Zeitung jetzt über die Auslagerung fauler Papiere in mehrere Sonderfonds nachgedacht. Außerdem wird überlegt, die Bewertungsregeln für Wertpapiere zu ändern.

Die Institute hätten mit sehr unterschiedlichen Problemen zu kämpfen. Deshalb könne es sinnvoll sein, kleine, auf die einzelnen Unternehmen zugeschnittene Bad Banks zu gründen. Diese könnten Hilfen des bestehenden staatlichen Rettungsfonds SoFFin erhalten, ohne dass die Geldinstitute aus ihrer Verantwortung entlassen würden. Zudem wird überlegt, die Frist für Garantien des SoFFin von drei auf fünf Jahre zu verlängern.

USA: Merrill-Chef geht

In den USA ist nach dem Milliardenverlust bei der US-Investmentbank Merrill Lynch der bisherige Chef John Thain (53) zurückgetreten. Thain hatte im vergangenen September die Übernahme seines wankenden Instituts eingefädelt. Der zunächst als Überraschungscoup gefeierte Zukauf wurde für die Bank of America zum Debakel. Ein Quartalsverlust von zuletzt mehr als 15 Mrd. Dollar (11,55 Mrd. Euro) bei Merrill Lynch zwang die Bank of America, noch mehr staatliche Hilfen anzufordern. Thain ließ sein New Yorker Büro gerade erst für 1,2 Mio. Dollar neu ausstatten. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24./25.1.2009)

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