Erinnern an Wiesenthal

23. Jänner 2009, 19:16
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Muzicant gegen einseitige Wahrnehmung als "Nazijäger"

Wien - Zum Festakt war auch seine Tochter erschienen: Gemeinsam mit Pauline Kreisberg wurde Donnerstagabend der 100. Geburtstag des 2005 verstorbenen SimonWiesenthal gewürdigt.

Bevor der Festvortragende, der israelische Historiker Tom Segev, über den Humanisten Wiesenthal sprach, warnte der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde vor einer einseitigen Sicht auf den Jubilar: "Ich habe mich immer dagegen gewehrt, ihn als ,Nazijäger‘ zu bezeichnen" , sagte Ariel Muzicant. Es käme dabei zu kurz, dass es ihm immer darum gegangen ist, dass"die nächsten Generationen denHolocaust nicht vergessen" .
Zum Geburtstag, der am 31. Dezember stattgefunden hat, ist eine limitierte Medaille erschienen, eine Briefmarke ist in Planung. Rechtzeitig zum Jubiläum hat auch das nach ihm benannte "Wiesenthal Institut für Holocaust Studien" die Arbeit aufgenommen. Dessen Vorsitzender, der Politologe Anton Pelinka, beschrieb es als "Erbe Wiesenthals" , das nun weiterlebe. Ein "Wunsch Wiesenthals" sei inErfüllung gegangen. 2012 soll das Institut im Palais Strozzi in der Wiener Josefstädter Straße den Vollbetrieb aufnehmen. (pm/DER STANDARD-Printausgabe, 24./25. Jänner 2009)

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