Serien für zahlungswilliges Publikum

23. Jänner 2009, 18:38
1 Posting

Turner-Unterhaltungschef in Deutschland, Hannes Heyelmann, und Premiere-Programmchef Martin Calsow erklären, wie sie mit amerikanischen TV-Shows Abokunden anlocken wollen

Der zum Firmenimperium Turner gehörende Bezahlsender TNT Serie startet am 1. Februar bei Premiere. Turner-Unterhaltungschef in Deutschland, Hannes Heyelmann, und Premiere-Programmchef Martin Calsow erklären, wie sie mit amerikanischen TV-Shows Abokunden anlocken wollen.


***

Mit der Aufnahme des zum Firmenimperium der Turner-Gruppe gehörenden Senders TNT beglückt Premiere zahlungswillige Zuschauer ab 1. Februar. Das Konzept des Senders beinhaltet gut Abgehangenes von "King of Queens" bis Neuheiten und stammt aus den USA: "Dort hat er sein Publikum sehr schnell gefunden", sagt Wolfram Winter, Chef der digitalen Senderplattform Premiere Star. "Qualitativ hochwertige und beliebte Serien haben bei den Zuschauern mehr Fans denn je, insbesondere weil es im Free-TV immer weniger davon zu sehen gibt."

Die wirtschaftliche Situation von Premiere ist nach wie vor alles andere als rosig. Zuletzt verschaffte ein Bankenkonsortium und Großaktionär News Corp von Rupert Murdoch dem deutschen Abosender Premiere eine vorläufige Atempause. Das Paket umfasst - der Standard berichtete - neue Kreditlinien von 515 Millionen Euro. Murdoch stockte seinen Anteil auf inzwischen zumindest 30 Prozent auf. Premiere bilanziert voraussichtlich mit 320 Millionen Euro Verlust.

Sicheres Terrain

Mit Serien hofft man sich auf sicheres Terrain zu retten: "Serien sind ein weltweit wachsendes Thema", sagt Premiere-Programmchef Martin Calsow. Zuschauerbindung lässt sich so am ehesten schaffen.

"Die steigende Nachfrage auf Zuschauerseite und die hochwertigen Produktionen der großen Studios sind ideale Voraussetzungen für einen reinen Seriensender", frohlockt auch Hannes Heyelmann, Turner-Unterhaltungschef in Deutschland: "Ein derartiges Angebot bietet Free TV nicht." Was die frei empfangbaren Sender fürchten, zieht im Abofernsehen an: Fortlaufende Geschichten, wie sie etwa Serienkiller "Dexter" und Actionheld Jack Bauer in "24" bringen, ziehen im freien Fernsehen für gewöhnlich Abschaltimpulse nach sich.

Dort mag das Publikum abgeschlossene Handlungen pro Folge eindeutig lieber. Premiere spielt dagegen etwa "24" rauf und runter und erlaubt dem Zuschauer zu wählen.

Ausstrahlungsrechte von fast 90 Prozent der Serien erwirbt Premiere zudem nicht in einzelnen Staffeln, sondern gleich im gesamten Paket. Auch so grenze man sich zum frei empfangbaren Fernsehen ab, betont Calsow. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 24./25.1.2009)

  • Premiere-Programmchef Martin Calsow und Turner-Unterhaltungschef in Deutschland, Hannes Heyelmann.
    fotos: turner/premiere

    Premiere-Programmchef Martin Calsow und Turner-Unterhaltungschef in Deutschland, Hannes Heyelmann.

Share if you care.