Oxfam: 1,9 Milliarden Dollar Kriegsschäden

23. Jänner 2009, 16:02
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1300 Tote, 5500 Verletzte, 50.000 Obdachlose - EU-Außenminister wollen Vorwürfe gegen Israel erörtern

Brüssel - Die Hilfsorganisation Oxfam International hat den im dreiwöchigen Krieg im Gazastreifen angerichteten Schaden auf 1,9 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro) geschätzt. Nachdem Israel humanitäre Hilfe im Gazastreifen zugelassen hat, habe die Organisation nun auch eine genauere Zahl der Todesopfer ermitteln können, gab die Organisation am Freitag in Brüssel bekannt. Bei der Militäroperation seien insgesamt 1327 Menschen ums Leben gekommen, 1314 davon seien Palästinenser. Außerdem gab es 5500 Verletzte, etwa 50.000 Menschen seien nach den schweren Gefechten obdachlos.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte eine Untersuchung der Vorwürfe, Israel habe phosphorhaltige Bomben während der Militärschläge gegen die Hamas im Gazastreifen eingesetzt. "Es gibt einen Grund, warum man den Gaza-Streifen so abgeriegelt hat", sagte Lotte Leicht, Rechtsexpertin der Organisation. Sie forderte die EU auf, eine internationale Untersuchung zu unterstützen.

Internationale Ermittlungen gefordert

Die EU-Außenminister werden nach Angaben von Diplomaten am Montag in Brüssel unter anderem darüber diskutieren, wie die gegen Israel gerichteten Vorwürfe von Kriegsverbrechen untersucht werden sollen. Irland, Griechenland und Zypern dringen dem Vernehmen nach auf internationale Ermittlungen. Dafür gebe es jedoch keine Mehrheit im Außenministerrat, hieß es. Auch Vorwürfe wegen des Einsatzes unerlaubter Waffen und mangelnden Schutzes der Zivilbevölkerung müssten untersucht werden. Zunächst sei dafür jedoch der Staat Israel zuständig.

Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg hatte als derzeitiger EU-Ratsvorsitzender bereits am Mittwoch nach Gesprächen mit seiner israelischen Kollegin Tzipi Livni gesagt, er habe "volles Vertrauen" in die israelische Justiz. Livni hatte die Vorwürfe gegen das israelische Militär zurückgewiesen. (APA/dpa)

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