Der Rekord ist ein Nebeneffekt

23. Jänner 2009, 18:20
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Philipp Benda auf einen Sport festzunageln ist unmöglich - Er ist überall, wo der Mensch am Gleitschirm fliegen kann

Frage: Dem klassischen Sportpublikum sagt Ihr Name wenig - in Extremsportkreisen aber kennt man Sie. Trotzdem kann keiner genau sagen, was Sie tun.

Antwort: Ich versuche, viele Sportarten auf hohem Niveau auszuüben: 2006 habe ich mit dem Snowkite Grönland durchquert, 2008 bin ich mit dem Speedglider vom Großglockner geflogen und habe in Ägypten den Kitesurf-Streckenweltrekord von 342 Kilometern aufgestellt. Heuer will ich mit dem Speedglider vom Elbrus starten: Das sind ganz unterschiedliche Dinge - aber eine Frage stellt sich immer: Wann kann ich fliegen - und überlebe es? Denn trotz aller Vorbereitungen muss man vor dem Start oder beim Aufstieg ganz trocken analysieren, ob man starten kann. Manchmal muss man eben wieder absteigen: Es ist immer eine Frage der momentanen Situation. Man kann sie voraus mitdenken - aber die Entscheidung ist jedes Mal einzigartig: Bedingungen wiederholen sich nicht.

Frage: Sind Rekorde denn dann überhaupt vergleichbar?

Antwort: Eigentlich nicht. Denn wir haben nicht Laborbedingungen wie etwa Schwimmer: Jeder Flug ist anders und einzigartig. Deshalb tut es mir nicht weh, wenn jemand meine Rekorde einstellt. Was zählt ist, dass ich mich selbst übertroffen habe und über meine eigenen Grenzen gegangen bin. Das motiviert. So wie die Erlebnisse, die man nicht kaufen kann: Ich werde oft gefragt, ob es sich denn wirklich ausgezahlt hat, mich einen Monat in Grönland zu quälen. Für mich ist das keine Frage: Allein die Augenblicke, in denen ich das Nordlicht erleben konnte, waren all das wert. (DER STANDARD, Printausgabe, 24./25.1.2009)

  • Philipp Benda
    foto: www.skypower.at

    Philipp Benda

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