BEWAG stoppt Verkaufsprozess für Becom und B.net Hrvatska

23. Jänner 2009, 15:37
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Lukits: Angebote von Investoren hielten aufgrund der Finanzkrise nicht - Verfahren zum Verkauf der International Wind Power wird fortgesetzt

Die BEWAG hat den im Vorjahr gestarteten Verkauf für ihre Töchter Becom und B.net Hrvatska gestoppt: "Wir haben uns entschlossen, den Verkaufsprozess für Becom und für Kroatien zu unterbrechen", erklärte BEWAG-Vorstandssprecher Hans Lukits am Freitag in einer Pressekonferenz in Eisenstadt, wo am Nachmittag der BEWAG-Aufsichtsrat tagte. Man habe für beide Unternehmen viele Interessenten und "sehr gute indikative Angebote" gehabt. Mit Fortschreiten der Finanzkrise habe man jedoch gesehen, dass diese Angebote entweder nicht halten und daher zurückgezogen oder zumindest reduziert würden. Das Verfahren zum Verkauf der Windkrafttochter IWP (International Wind Power) werde hingegen fortgesetzt.

"Das ist auch hier der Fall"

Der Elektronikproduzent Becom und der Telekomanbieter B.net Hrvatska waren Ende Juli des Vorjahres zum Verkauf ausgeschrieben worden. Strategische Investoren tendierten in der momentanen Phase in der Regel dahin, keine Zukäufe zu tätigen. Man brauche die Liquidität für das laufende Geschäft. Viele namhafte Unternehmen, darunter auch österreichische, hätten ihre Investitionsprogramme reduziert. "Das ist auch hier der Fall", meinte Lukits: "Finanzinvestoren haben in dieser Zeit einfach Probleme, die notwendige Kreditfinanzierung darzustellen." Kredite gebe es entweder gar nicht oder zu Kosten, die ein derartiges Investment nicht attraktiv machen.

Man habe den Schritt auch mit der beratenden Investmentbank und mit Vergaberechtsexperten diskutuiert. Wann man die Verkaufsprozesse wieder starte, könne man "beim besten Willen nicht sagen", so Lukits: "Es macht sicher nur Sinn, wenn sich das ganze Umfeld wieder so normalisiert hat, dass der Kapitalmarkt wieder funktioniert." Ob es zu einer kompletten Neuausschreibung komme, müsse man im Einzelfall entscheiden.

Bei B.net Burgenland sei das Verfahren zumindest vom Verkaufsprozess her abgeschlossen - Mit Kabelsignal sei ein Bestbieter ermittelt worden, der "ein sehr attraktives Angebot" gelegt habe und der auch dazu gestanden sei. Bezüglich Detailfragen zum Kaufvertrag gebe es noch Beratungen in der Aufsichtsratssitzung, die am Nachmittag kurz unterbrochen wurde.

Bei der Windkrafttochter IWP (International Wind Power) werde der Verkaufsprozess fortgesetzt. Hier gebe es "sehr gute, um nicht zu sagen, hervorragende Angebote", erklärte Lukits. Das Verfahren sei in der dritten und letzten Stufe: Acht potenzielle Investoren werden eingeladen, ein verbindliches Angebot zu legen. Angebotsfrist sei der 17. März.

"Es wurden gerade die Datenräume geöffnet", Anfang Februar finden Expertengespräche statt. In der dritten Februarwoche soll es die Managementpräsentationen geben. Die Due Diligence-Prüfungen würden parallel dazu laufen. "Wir gehen davon aus, dass wir dann im März die entsprechenden Angebote bekommen." Ob sie tatsächlich halten, oder ob man ähnliche Erfahrungen wie in den anderen Verfahren mache, werde man sehen. (APA)

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